„Mitarbeiter trifft das richtig hart“

Starkoch Schuhbeck hatte große Pläne - jetzt muss er Insolvenz anmelden: Die bitteren Hintergründe

Starkoch Alfons Schuhbeck im Herzen seines Imperiums: Am Platzl hatte er das Restaurant Orlando, die Südtiroler Stuben, einen Partyservice, eine Kochschule, einen Gewürz- sowie einen Teeladen.
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Starkoch Alfons Schuhbeck im Herzen seines Imperiuchihbneck ms: Am Platzl hatte er das Restaurant Orlando, die Südtiroler Stuben, einen Partyservice, eine Kochschule, einen Gewürz- sowie einen Teeladen.

Starkoch Alfons Schuhbeck (72) hat beim Amtsgericht München für alle seine Gastronomiebetriebe sowie „Schuhbeck’s Partyservice GmbH & Co KG“ Insolvenz angemeldet. Die Betriebe sollen vorerst geöffnet bleiben.

München - Starkoch Alfons Schuhbeck gibt der Politik die Schuld für seinen Schritt in die Insolvenz: „Nachdem die vollmundig angekündigten Staatshilfen bei mir bis heute ausgeblieben sind, muss ich für meine Betriebe Insolvenz anmelden“, lässt Schuhbeck in einer schriftlichen Stellungnahme verlauten.

München: Star-Koch Alfons Schuhbeck meldet Insolvenz an

Wie erst am Sonntag bekannt wurde, sah sich der prominente Starkoch bereits am Mittwochmittag zu diesem Schritt gezwungen. In der öffentlichen Insolvenzbekanntmachung (Az: 1500 IN 1495/21) heißt es: „Zur Sicherung des Schuldnervermögens vor nachteiligen Veränderungen wird am 14.7.2021 um 12 Uhr vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.“ Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Dr. Max Liebig bestellt.

Karteln mit Wirt Rudi Färber: Nach dem ersten Lockdown drehte Schuhbeck ein Video gegen das Wirtshaussterben.

„Ich werde schon einen Neustart für mich hinbekommen“, gibt sich Schuhbeck zuversichtlich. „Aber meine rund 50 Mitarbeiter trifft das richtig hart“, erklärt Schuhbeck weiter. Bis zuletzt habe er auf die staatlichen Finanzhilfen gehofft, private Gelder in seinem Unternehmen investiert und mit seiner Mannschaft gekämpft. Doch jetzt sei Schluss.

Schuhbeck hofft, den Gewürzhandel und sein Beratungsgeschäft retten zu können. „Das ist ein wirklich schwerer Schritt, aber mir bleibt nichts anderes übrig. Ich will weitermachen und vielleicht ist die Insolvenz sogar eine Chance, aus der wir schnell wieder rauskommen“, gibt sich Schuhbeck hoffnungsfroh.

München: Schuhbecks Betriebe bleiben vorerst geöffnet

Schuhbecks Restaurants am Platzl in der Münchner Innenstadt sind vom Ruin betroffen und sein Partyservice. Wie es weitergeht, hängt vom Insolvenzverwalter ab. Vorerst bleiben dem Vernehmen nach die Betriebe geöffnet.

2019 ermittelte Münchner Staatsanwaltschaft gegen den Starkoch

Gerüchte um die Zahlungsfähigkeit des Starkochs hatte es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Zuletzt Anfang des Jahres 2020. Damals hatte Alfons Schuhbeck sein Sterne-Restaurant „Alfons“ in der Münchner* Innenstadt dichtgemacht. Allerdings wollte er mit dem „Alfons“ lediglich eine Pause einlegen, um in eine neue Richtung zu gehen, wie er sagte. Ein Jahr davor, 2019, ermittelte die Staatsanwaltschaft München wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen den Starkoch.

Glanzvoller Gastgeber im Teatro-Festzelt: Alfons Schuhbeck.

1980 begann Alfons Schuhbeck mit dem Ausbau seines Imperiums. Zunächst übernahm er das „Kurhausstüberl“ in Waging, zehn Jahre später rief er einen Partyservice ins Leben. Das Unternehmen Schuhbecks am Platzl nahm Ende der 1990er-Jahre seinen Anfang: Dazu gehören heute das Restaurant Orlando, die Südtiroler Stuben, ein Partyservice, eine Kochschule, ein Gewürz- sowie ein Teeladen. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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