„Ich gebe alles zu“

Allein 14 Taten in München: Serien-Einbrecher legen Geständnis ab

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Kopf der Bande: Lubomir L. (63, rechts) gestand 14 Einbrüche in München.

Spektakuläre Diebestour: Zwei Männer verübten Anfang 2018 insgesamt 22 Einbrüche. Gestern gestanden die Diebe ihre Taten am Landgericht – und verrieten ein schockierendes Detail.

München - Drei Monate lang haben sie ganze Stadtviertel in Aufruhr versetzt – jetzt wird ihnen der Prozess gemacht. Lubomir L. (63) und Predrag V. (56) haben 22 Einbrüche auf dem Kerbholz. Allein 14 davon hatten sich im Münchner Stadtgebiet ereignet, der Rest im Umland oder bundesweit.

Auf rund 270 000 Euro haben die Behörden mittlerweile den Schaden aus der spektakulären Einbruchsserie beziffert. Rund 235 000 Euro Beute hatten die beiden Diebe mit Schmuck und Bargeld gemacht, bei rund 35 000 Euro lag zudem der Sachschaden, der an den jeweiligen Gebäuden entstanden war. Denn zurück ließen die Gangster nicht nur verstörte Familien, sondern auch eingetretene Türen und zersplitterte Scheiben.

„Ich gebe alles zu“

„Ich gebe alles zu“, räumte Haupttäter Lubomir L. (63) gestern zum Prozessauftakt vor dem Landgericht ein. Zwei Taten habe er gemeinsam mit Predrag V. begangen, den Rest dagegen angeblich ganz alleine, beteuerte der Einbrecher. Ob er seinen Komplizen damit nur schützen wollte, ist bislang noch unklar. Denn laut Anklage hatten die Männer die Taten im Dezember 2017 gemeinsam geplant. Sie wollten die Beute verkaufen und den Gewinn später teilen.

Ab dem 18. Januar starteten die beiden Gangster dann ihre Diebestour, quer durch die Stadt von Bogenhausen bis nach Laim und raus nach Planegg. Ihr Ziel: vor allem teurer Goldschmuck. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft machten die beiden Einbrecher in Einzelfällen teilweise sogar bis zu 37 000 Euro Beute. Und gingen dabei recht brachial vor.

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22 Taten in drei Monaten

Meist hebelten sie die Terrassentür auf, durchwühlten dann die Wohnung und packten den Schmuck ein. Binnen drei Monaten kamen so die 22 angeklagten Taten zusammen. Bis die Polizei beiden Einbrechern Anfang März 2018 auf die Schliche kam.

„Ich war spielsüchtig“, begründete Lubomir L. die Taten. Sein Motiv sei akute Geldnot gewesen. Denn in den Jahren zuvor habe er „viel Geld in Casinos verzockt“. Durch die Serie an Einbrüchen wollte er sich später eine dauerhafte illegale Einnahmequelle verschaffen. Soweit kam es jedoch nicht, dennoch war der Schaden sehr hoch – verglichen mit ähnlichen Taten, die sich in den vergangenen Jahren in der Landeshauptstadt ereignet hatten.

Entsprechend reuig zeigten sich nun die Täter. Mit kahlem Kopf sitzt L. auf der Anklagebank. Er spricht leise und senkt den Kopf – wie ein Mann, der weiß, dass er seine Chancen im Leben verspielt hat. Dem äußeren Anschein nach ist er ein abgezockter Mann: tiefe Furchen ziehen sich durch sein Gesicht. Es sind die Spuren eines kriminellen Lebens. Ganz anders Predrag V.: Er wirkt abgestumpft und lethargisch. Dass er nicht der Kopf der Bande war, ist schnell klar. Laut Staatsanwaltschaft handelten die beiden Einbrecher „arbeitsteilig“. Haupttäter Lubomir L. drohen mehrere Jahre Haft, Predrag V. könnte dagegen mit Bewährung davonkommen. Am 23. Januar soll das Urteil fallen.

A. Thieme

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