Sollte ursprünglich noch höher werden

Neues Wahrzeichen? Stadt plant 149-Meter-Koloss an der Allianz Arena 

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Münchens bisher einziges Windrad nahe der Allianz Arena ist links im Bild zu sehen, auf dem Hügel rechts entsteht nun ein weiteres. Das Fundament wird bereits vorbereitet.

Nach langem Hin und Her bekommt München sein zweites Windrad. Der Riesen-Rotor soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen. Derzeit wird das Fundament für das Projekt vorbereitet.

  • Das einzige Windrad der Stadt steht bislang in München-Fröttmaning nahe der A9.
  • Noch 2020 soll ein zweiter Gigant kommen - auf der Seite der FC-Bayern-Arena.
  • Die Pläne existieren schon lange - eigentlich sollte der Riesen-Rotor größer werden.
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München - Schon seit 2012 gibt es die Pläne für ein zweites Windrad in München. Nun haben die Vorbereitungen für den Bau begonnen. „Aktuell wird gerade die Kabeltrasse gezogen, danach folgen die Fundamentarbeiten“, bestätigt eine Sprecherin der Stadtwerke München (SWM). Der Riesen-Rotor soll am Entsorgungspark Freimann stehen. Direkt gegenüber der bestehenden Windkraftanlage nahe der Allianz Arena. Auf dem Fröttmaninger Berg am Übergang der Autobahnen A99 und A9 betreiben die SWM schon seit 1999 eine solche Windkraftanlage.

München: Neues Windrad im Norden der Stadt - Kleiner als ursprünglich geplant

Ursprünglich sollte das neue Windrad auf dem Hügel der ehemaligen Deponie Nordwest 179 Meter hoch werden. Doch die Stadtgestaltungskommission lehnte dieses Maß ab. 2014 wurden dann ein Turm mit 80 Metern sowie eine Flügellänge von 69 Meter, also eine Gesamthöhe von 149 Metern genehmigt. Das ist deutlich mehr als das bereits existierende Windrad, das nur eine Gesamthöhe von insgesamt knapp 100 Metern aufweist. Aus dem gleichen Jahr stammt auch die Bewilligung nach dem Immissionsschutzgesetz.

Benötigt wurde zudem eine abfallrechtliche Genehmigung. Da das Windrad auf einem Berg voller Müll steht, musste sicher sein, dass dieser sich durch die fortschreitende Zersetzung in seinem Inneren nicht verschiebt. Im Januar 2019 wurden alle Pläne schließlich bei der Regierung von Oberbayern eingereicht. Die Stadtwerke rechneten mit einer Genehmigung im Herbst 2019 und einem Bau Anfang 2020. Doch das Verfahren zog sich ein weiteres Jahr hin. Noch in diesem Jahr soll das zweite Windrad nun auf jeden Fall in Betrieb gehen, so die SWM-Sprecherin.

Windkraft spielt für München in der Gesamtschau eine eher untergeordnete Rolle, weil sie sich nur an wenigen Standorten wirtschaftlich betreiben lässt. Da die Berge der ehemaligen Mülldeponie aber deutlich aus ihrer Umgebung herausragen, sind die Windverhältnisse hier wesentlich günstiger als anderswo in München.

München: Allianz Arena verwirbelt die Luftströmung

Die Stadtwerke kalkulieren für das zweite Windrad eine Stromerzeugung von 3,5 Megawatt, womit es Strom für rund 2000 Haushalte liefern würde. Zum Vergleich: Windrad Nr. 1 gewinnt etwa 2000 Megawattstunden Strom im Jahr – Öko-Strom für rund 900 Münchner Durchschnittshaushalte. Seit dem Bau der Allianz Arena wirft es etwa 15 Prozent weniger Strom ab. Das Stadion verwirbelt die Luftströmung ungünstig.

Neues Windrad für München - Aber noch ist der Platz vor der Allianz Arena „leer“.

Davon abgesehen ist das Windrad auf dem ehemaligen Müllberg Großlappen aber inzwischen zu einem markanten Wahrzeichen für den Norden Münchens geworden. Zusammen mit seinem neuen Pendant auf der gegenüberliegenden Seite ergibt sich künftig ein eindrucksvolles Eingangsportal am Autobahnkreuz Nord.

Südlich von München will ein Softwareunternehmen beweisen, dass die Schaffung CO2-neutraler Gemeinden möglich ist – nur mithilfe einer intelligenten Stromsteuerung. Kann das gelingen?

Carmen Ick-Dietl

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