Mann wird angezeigt

Tierschützerin schnappt illegalen Hundehändler in der Altstadt - und rettet drei Malteser-Welpen

Einem illegalen Welpenhändler ist eine Tierschützerin in der Münchner Altstadt auf die Schliche gekommen. Er wollte der Frau Mini-Malteser verkaufen. Ihm droht nun eine Anzeige.

München - Über 500 Welpen hat die Münchner Tierschützerin Melanie Schmidt (27) schon gerettet – jetzt kamen drei weitere dazu: zuckersüße weiße Malteserhündchen. Für illegale Händler schnappte die Falle in der Altstadt zu. Schmidt (Name geändert) hatte wie gewöhnlich nach verdächtigen Anzeigen im Internet gesucht. Ein Händler aus Baden-Württemberg bot „vier reinrassige Malteser“ an, neun Wochen alt, für stolze 1900 Euro pro Hund. Die couragierte Münchnerin verabredete sich mit ihm am Samstag in der Stollbergstraße – und schaltete sofort die Polizei ein.

München: Illegaler Tierhändler anzeigt - Er behauptet, von Vorschriften nichts gewusst zu haben

Letztlich konnten sie wieder spielen: zwei der Welpen beim Balgen.

Gegen 17.40 Uhr traf der Mann ein, drei Welpen im Kofferraum. Als die Zivilfahnder erschienen, stellte sich heraus, dass der Händler die Tiere in Ungarn gekauft hatte, aber keine Genehmigung „zum gewerbsmäßigen Handel mit Wirbeltieren“ besaß. Zudem waren die Hunde nicht wie vorgeschrieben gegen Tollwut geimpft.

München: Tierschützerin rettet junge Mini-Malteser - Welpen im Tierheim in Quarantäne

Der Händler kam auf die Polizeiinspektion 11, wurde angezeigt, behauptete aber, von den Vorschriften nichts gewusst zu haben. Auch Melanie Schmidt ging mit zur Wache, wo die Malteser mit frischem Wasser versorgt wurden. Anschließend konnte die Tierschützerin per Chiplesegerät feststellen, welches Hundebaby welche Nummer trägt und es dem passenden Heimtierausweis zuordnen.

Die drei Welpen auf dem Schoß von Melanie Schmidt auf der Polizeiwache.

Den vierten Malteser hatte der Händler bereits am Tag zuvor verkauft, er teilte der Polizei die Käufer-Daten mit. Jetzt sind die Welpen mehrere Wochen in Quarantäne im Tierheim. Einer der Hunde hat eine Augenverletzung und muss medizinisch versorgt werden. „Zahlt der Händler Bußgeld plus Unterbringungskosten, kann er sich die Tiere zurückholen“, erklärt Melanie Schmidt. Sie hofft, dass ihn die Kosten abschrecken. „Erst wenn er das Eigentum abtritt, könnten die Tiere vermittelt werden.“ MARTINA WILLIAMS Noch mehr Nachrichten aus München lesen Sie hier. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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