Haus in der Amalienburgstraße

Erst Eigenbedarfs-Schock, jetzt Schimmel: Nächster tragischer Fall in umstrittenem Haus in Nymphenburg

Die Situation im umstrittenen Haus in der Amalienburgstraße in Nymphenburg spitzt sich weiter zu. Nun könnte nach Rosi Ehmann der nächste Bewohner ausziehen müssen.

  • Die Situation im Haus in der Amalienburgstraße spitzt sich zu
  • Ex-Promiwirtin Rosi Ehmann wird mit Zwangsräumung gedroht
  • Ein andere Bewohner klagt über Schimmel 

München - Die Situation im umstrittenen Haus in der Amalienburgstraße in Nymphenburg spitzt sich weiter zu. Nachdem der Ex-Promiwirtin Rosi Ehmann die Zwangsräumung droht, klagt der 54-jährige Konrad Zimmer über Schimmel. Außerdem sei auch ihm gekündigt worden. Für die Beratung durch einen Anwalt hat er sogar sein Auto verkauft.

Es sind schwere Zeiten für Konrad Zimmer (54). Da sind die gesundheitlichen Probleme – seine Frau Karolina leidet mit nur 53 Jahren an Demenz, Konrad selbst hatte einen Darmdurchbruch zu verkraften. 

Hinzu kommt die Angst, die 64-Quadratmeter-Wohnung am Botanischen Garten zu verlieren. Jene Wohnung, in der es seit einigen Wochen auch noch ein Schimmel-Problem gibt. Jene Wohnung, die jetzt teurer werden soll.

Seit 20 Jahren wohnt Rosemarie Ehmann in der Nähe des Botanischen Gartens. Doch bis Silvester muss die 77-Jährige ihr Zuhause verlassen.

Zimmer wohnt im selben Haus wie Rosi Ehmann, über die wir vergangene Woche berichteten. Die 77-Jährige bekam die Kündigung wegen Eigenbedarfs. Eine Zwangsräumung steht an, der Termin wurde immerhin auf Ende Januar verschoben. Die ehemalige Promi-Wirtin setzt alles daran, bis spätestens dann eine neue Bleibe zu finden. Das erzählt sie, als sie am Sonntag bei ihren Nachbarn Karolina und Konrad Zimmer auf der Wohnzimmercouch sitzt. In der Ecke zeigen sich dunkle Schimmelflecken – gefährlich schon für Gesunde! 

„Seit dem 25. November, da muss irgendwie Wasser in die Wand gekommen sein“, sagt Zimmer. Er habe an die Vermieterin geschrieben, aber passiert sei nichts. Wir baten die Vermieterin um eine Stellungnahme, doch bis Montagabend ging keine Antwort ein. 

München: Erst Miet-Schock, jetzt Schimmel - Nächster tragischer Fall in umstrittenem Haus

Auch nicht zu der Kündigung, die Zimmer vor ein paar Monaten bekam – der Grund waren Forderungen bezüglich der Betriebskosten. „Die Aufstellung war falsch, ich war beim Wohnungs- und beim Sozialamt, doch von denen habe ich kein Geld bekommen. Da hieß es, die Forderungen seien unberechtigt“, sagt Zimmer.

Konrad Zimmer klagt über Schimmel.

Er ging zum Amtsgericht, ließ sich einen Beratungsschein geben, ging zum Anwalt und schrieb der Vermieterin – wie der Anwalt es empfahl. „Die Kündigung sei nicht wirksam, ich müsse mir keine Sorgen machen, hieß es“, sagt Zimmer.

Dann kündigte ein Schreiben vom 19. November eine Mieterhöhung von 615 auf 707,25 Euro an. Und vor ein paar Tagen erhielt Zimmer einen Brief der Vermieterin: Seine Zustimmung zur Erhöhung stehe noch aus. Wenn er nicht einverstanden sei, stehe ihm ein Sonderkündigungsrecht zu.

Zimmer, der früher als Schrotthändler arbeitete, sagt: „Ich habe kein Geld, da ich arbeitslos bin.“ Um sich dennoch von einem Fachanwalt beraten zu lassen, hat er am Sonntag sein Auto verkauft. Einen alten Kia Rio, für den er 600 Euro bekam.

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Susanne Sasse

Rubriklistenbild: © Michael Westermann

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