Als Geschenk ungeeignet

Wir müssen drinnen bleiben: An den Feiertagen gilt Vermittlungsstopp im Tierheim

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Keine Hunde, Katzen & Co. unterm Tannenbaum: Nicht nur das Tierheim in Riem verhängt über die Weihnachtsfeiertage ein Vermittlungsverbot – auch andere Häuser in Bayern und ganz Deutschland handhaben die Sache ähnlich. Um zu verhindern, dass die Tierheime nach der staaden Zeit wieder überquellen, verfahren die Tierschützer nach dem Motto: Anschauen ja, aber mitnehmen nein!

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Natürlich dürfen die Tierheim-Hunde Gassi gehen.

Allerdings: Grundlegende Umzüge sind in den nächsten Tagen nicht erlaubt! Eine Reaktion auf das, was rund um Weihnachten passiert… Denn: Kaninchen, Hunde, Katzen und Co. erobern Kinderherzen im Sturm. Da ist es klar, dass Haustiere auch ganz oben auf vielen Wunschzetteln stehen. Das weiß man wiederum auch beim Tierschutzverein, der das Tierheim in Riem betreibt. Und um zu verhindern, dass unzählige bellende, maunzende und zwitschernde Geschenke unter dem Tannenbaum landen, hat der Tierschutzverein einen Vermittlungsstopp rund um die Feiertage ausgerufen. Konkret: Von 22. bis 26. Dezember kann man kein Tier von hier mitnehmen.

Alle Hände voll zu tun hat die Leiterin des Münchner Tierheims Dalia Zohni

„Lebewesen sind als Weihnachtsgeschenke absolut ungeeignet“, sagt Kristina Berchthold, Sprecherin des Tierschutzvereins. Trotzdem herrsche rund um die Weihnachtsfeiertage ein regelrechter Ansturm auf die Tierheime. „Viele sind dann ganz verliebt in ein Kätzchen oder Häschen und wollen es ganz spontan mitnehmen.“ Wenn man aber ein Haustier aufnehmen wolle, müsse man sich unbedingt vorher genau über dessen Bedürfnisse informieren. „Sonst ist die Enttäuschung wenig später groß und die einstigen Lieblinge landen schnell wieder im Heim“, sagt Berchthold.

In den Weihnachtsferien werden etwa ein Drittel mehr Tiere ins Heim gegeben als im Monatsdurchschnitt. Oder aber sie werden einfach ausgesetzt – auf Autobahnraststätten oder im Wald.

Seit einiger Zeit gibt es noch einen anderen, erschreckenden Trend: Tiere, die plötzlich nicht mehr süß sind, sondern stören, werden im Internet angeboten – zum Beispiel per Kleinanzeige. Öffnet man die Internetseite, blicken einem unzählige traurige Knopfaugen entgegen. 18 Monate alte Huskys sind dort an oberster Stelle zu finden, für einen Spottpreis von einem Euro.

Wer sich ernsthaft für ein Haustier interessiert, dem rät Tierschützerin Kristina Berchtold, sich zunächst mal in Ruhe beraten zu lassen, die Vor- und Nachteile genau zu analysieren. „Das kommt auch den Tieren zugute. Und auf deren Wohl kommt es ja letztendlich an…“

Judith Bauer

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