Antrag für mehr Wechselbetrieb gefordert

Münchner Rolltreppen: Ärger in jeder Richtung!

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Herbert Liebhart (CSU) wünscht sich eine technische Lösung für das Rolltreppen-Dilemma. 

Rolltreppen mit Wechselbetrieb sind oft ein Ärgernis: Menschen, die darauf angewiesen sind, müssen oft Ewigkeiten warten, bis es endlich in ihre Fahrtrichtung geht. Das soll sich aber in Zukunft ändern.

München - Ein Antrag von Herbert Liebhart (CSU) aus dem Bezirksausschuss Au-Haidhausen (BA) nimmt dieses Problem in den Fokus: „Ich sehe so häufig vor allem ältere Menschen, die oben stehen und darauf warten, endlich die Rolltreppe benutzen zu können, aber die Fahrtrichtung ändert sich einfach nicht.“ Im BA diskutiert wurde, Monitore an beiden Enden der Rolltreppe zu installieren, die zeigen, ob jemand gerade am anderen Ende darauf wartet, die Rolltreppe zu nutzen. Auch Knöpfe, die für die Umschaltung der Rolltreppen benutzt werden können. Beides wurde aber verworfen, da neue Fragen aufgeworfen würden, etwa zum Datenschutz oder der Funktionalität. Der Antrag, die Stadtwerke möge eine technischen Lösung suchen, wurde dennoch verabschiedet.

500 der 771 Rolltreppen könnten in den Wechselbetrieb

Sinnvoll wäre es, wenn es überall sowohl Rolltreppen aufwärts, als auch abwärts geben würde. „Das ist jedoch aufgrund des Platzmangels an vielen U-Bahnabgängen schlichtweg nicht möglich“, erklärt MVG-Sprecher Matthias Korte. Über 500 der insgesamt 771 Rolltreppen haben die technische Möglichkeit eines Wechselbetriebs. Korte: „Der Wechselbetrieb der Rolltreppen ist als Lösung gedacht, um bei Bahnhöfen mit weniger Platz in beide Richtungen einen barrierefreien Zugang zu gewährleisten.“

Wann die Rolltreppe ihre Richtung ändert, hängt davon ab, wann ein Fahrgast auf die sogenannte Klemmplatte tritt. Diese befindet sich am Übergang zwischen Rolltreppe und Boden. Dieser Auslöser sorgt dafür, dass die Rolltreppe so lange in eine Richtung fährt, bis niemand mehr auf dieser steht. Erst dann kann sie von der anderen Seite aktiviert werden. Aus diesem Grund sieht die SWM hier bislang keine Alternative für eine technische Lösung. „Selbst wenn es einen Knopf geben würde, der anzeigt, dass ein Fahrgast die Rolltreppe aus der anderen Richtung benutzen möchte, müsste abgewartet werden bis der letzte von der Rolltreppe gestiegen ist“, erklärt Korte. Die Wartezeit würde sich nicht verringern, schließlich könne die Treppe nicht plötzlich stoppen. Das wäre erstens ein großes Unfallrisiko und außerdem kann man ja Menschen auf der Treppe nicht plötzlich wieder in die umgekehrte Richtung schicken. Die einfachste Lösung für dieses Dilemma: „Rücksichtnahme der Fahrgäste aufeinander“, sagt Korte. Dafür müsste aber jeder erst zum anderen Ende der Rolltreppe blicken, um zu sehen, ob dort jemand wartet, der die Treppe dringender benötigt. 

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Ann-Katrin Ulbricht

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