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Apotheken-Mitarbeiter in Angst: Immer wieder Angriffe und Vandalismus am Sendlinger Tor

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Von: Julian Limmer

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Ein zerstörtes Fenster der Marien-Apotheke am Sendlinger-Tor-Platz in München
Ein zerstörtes Fenster der Marien-Apotheke am Sendlinger-Tor-Platz in München. © Ingo Beer

Die Verhältnisse rund um das Sendlinger Tor bereiten Sorge. Auch die Mitarbeiter einer dort ansässigen Apotheke erleben Gewalt und Drohungen.

München – Wütend blickt Apotheker Ingo Beer (49) auf das Loch in seinem Schaufenster. Gleich zwei Scheiben der Marien-Apotheke am Sendlinger-Tor-Platz 7 in München sind vergangenes Wochenende zu Bruch gegangen. In eines der Fenster stürzte am Sonntagnachmittag ein Betrunkener, wie die Polizei mitteilt. Wer für den zweiten Zerstörungsfall verantwortlich ist? Noch unklar. Es ist bereits das vierte Fenster, das die Apotheke innerhalb von einem Jahr ersetzen muss. Der Schaden: insgesamt rund 40 000 Euro, sagt Beer. „Es reicht langsam, ich kann mir das nicht länger leisten.“

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München: Vandalismus an Apotheke am Sendlinger Tor – „Mitarbeiterinnen haben Angst“

Leben am Brennpunkt: Denn die kaputten Fenster sind nicht das einzige Ärgernis – sondern Teil eines größeren Problems am Sendlinger Tor. Die Gegend um Beers Apotheke nahe dem Nußbaumpark ist seit längerem einer der Hotspots der Münchner Drogen-Szene. Und die Lage hat sich wieder zugespitzt: „In den Zeiten nach Corona sind wieder vermehrt Personen aus dem Odachlosen-, Alkohol- und Drogenmilieu dort feststellbar“, teil die Polizei mit. Ingo Beer formuliert es weitaus drastischer: „Nach Corona ist das Junkie-Problem explodiert.“

„Nach Corona ist das Junkie-Problem explodiert.“

Apotheker Ingo Beer

Für die Apotheke, die er seit 13 Jahren leitet, sei das fatal: Süchtige seien vor dem Laden schon kollabiert, manche klauten Medikamente, bedrohten Angestellte. Es seien auch schon Bierflaschen auf das Apotheken-Personal geflogen: „Meine Mitarbeiterinnen haben Angst“, so Beer. Und: Manche Stammkunden blieben deshalb der Apotheke lieber fern, das schade dem Umsatz. „Ich kann kaum mehr meinem Beruf nachgehen, weil ich immer aufpassen muss, dass mein Laden nicht ausgeräumt oder was zerstört wird.“

Die Marien-Apotheke am Sendlinger-Tor-Platz in München
Die Marien-Apotheke am Sendlinger-Tor-Platz in München. © Ingo Beer

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) ist alarmiert. Denn: Immer wieder käme es in der Gegend zu Ordnungsstörungen und Straftaten wie Sachbeschädigung, Beleidigung und Körperverletzung. Dabei spielten laut Polizei auch die Patienten der nahegelegenen Drogen-Substitutionsambulanz eine Rolle. So ziehe die Gegend um den Nußbaumpark Süchtige aus dem ganzen Stadtgebiet an.

KVR erhöht die Polizeistreifen – Apotheker Beer fordert Alkoholverbot am Sendlinger Tor

Das KVR will handeln: Bereits jetzt würden Polizeistreifen sowie der Kommunale Außendienst (KAD) am Sendlinger Tor deutlich mehr Präsenz zeigen als anderswo. Außerdem prüfe man, ob für Personen, die häufig negativ aufgefallen waren, Aufenthaltsverbote in Frage kommen.

Apotheker Beer ist das zu wenig: Er fordert ein generelles Alkoholverbot auf dem Platz. Außerdem könnten städtische Konsumräume helfen, wo Süchtige Drogen geschützt einnehmen können, findet er. In 17 deutschen Städten gibt es sie bereits, doch Bayern sperrt sich weiterhin dagegen. Beer hält das für einen Fehler.

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