Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen bis zu 40 Minuten

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Herr OB Ude, warum ...?

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Der alte Schornstein macht auf das ehemalige Heizkraftwerk aufmerksam, das jetzt kulturell genutzt wird.

München - Münchner Bürger fragen, Oberbürgermeister Christian Ude antwortet: Heute geht es um den alten Schornstein an der Donnersberger Brücke.

Frage: An der Donnersberger Brücke entstanden in den vergangenen Jahren ja etliche neue Gebäude. Die Wohnanlage Arnulfpark und Mercedes-Benz zum Beispiel. Das ehemalige Heizkraftwerk wurde liebevoll saniert. Alles recht schön geworden, wenn nur dieser hässliche Schornstein nicht wäre, der alles verschandelt. Ich und bestimmt auch einige der anderen ca. 150 000 Verkehrsteilnehmer, die täglich über die Brücke fahren, fragen sich bestimmt, warum er nicht längst abgerissen wurde. Dass er unter Denkmalschutz steht, kann ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen oder etwa doch?

München - auferstanden aus Ruinen

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Stefan Negele, per E-Mail

Antwort: Nur in einem Punkt kann ich Sie beruhigen: Unter Denkmalschutz steht der Schornstein nicht. Aber dass er dauerhaft erhalten wird, war tatsächlich ein Wunsch aus der Bürgerschaft, eine Forderung des Preisgerichts und schließlich auch ein Stadtratsbeschluss. Aber ich will mich gar nicht hinter anderen Leuten verstecken: Auch ich bin der Meinung, dass gerade bei einem sehr grundlegenden Strukturwandel wie im Bereich des Arnulfparks Zeugnisse der früheren Nutzung erhalten werden sollten, die etwas über die frühere Geschichte an diesem Ort erzählen und den Ort markieren. Der Schornstein macht auch sehr gut auf das ehemalige Heizkraftwerk aufmerksam, das jetzt kulturell genutzt wird.

Sehr ähnlich ist die Situation an der Muffathalle, die ebenfalls kulturell genutzt wird und mit ihrem Schornstein weithin sichtbar auf ihren Standort und auf die frühere Nutzung hinweist. Wenn Sie zur Messe oder in die Messestadt fahren, sehen Sie den markanten ehemaligen Tower des Riemer Flughafens – wahrlich keine Schönheit, aber ein Bauwerk, das auf den ehemaligen Flughafen hinweist, die Unvergleichbarkeit dieses Ortes hervorhebt und die örtliche Ori-entierung (was war wo?) erleichtert.

In allen drei Fällen habe ich mich auch persönlich dafür eingesetzt, dass diese weithin sichtbaren Markierungen erhalten bleiben. Das macht doch den Reiz europäischer Städte aus, dass man nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit spürt. Es tut mir Leid, dass Sie den Schornstein nicht mögen, aber die Spuren der Vergangenheit sollten schon ablesbar bleiben.

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