Diagnose da: So lange fehlt Müller dem FC Bayern

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Biergarten-Besuch mit schrecklichen Folgen

Tragischer Tod nach Junggesellen-Abschied

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Die Unfallstelle in der Arnulfstraße, dort verunglückte Roland D.

München - Es sollte ein herrlicher, unbeschwerter Sommerabend im Augustiner-Biergarten werden. Ein Junggesellen-Abschied steht an. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall. Drei Tage später ist Roland D. (32) tot.

Am Samstagabend ist Roland D. (32) aus Nordheim bei Donauwörth zum Junggesellenabschied bei dem zukünftigen Gatten seiner Schwester Angelika eingeladen. Eine Feier, deren Folgen den jungen Mann später das Leben kosten!

Die ganze Geschichte: Abends gegen 19.45 Uhr läuft der gelernte Koch auf der Arnulfstraße stadteinwärts und überquert – vermutlich angetrunken – mit seinen Spezln eine Fußgängerampel an der Kreuzung zur Hopfenstraße. Nach Polizeiangaben geht Roland D. als Letzter mit deutlichem Abstand zur Gruppe über die schon länger rote Ampel. Ein von links heranrauschender Omnibus legt noch eine Vollbremsung hin, der Fahrer (71) kann aber nicht mehr ausweichen und erfasst Roland D. voll mit der Fahrzeugfront. Mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma wird er in die Klinik eingeliefert.

Drei Tage lang bangt seine Familie um Roland D., der mit dem Tode ringt – doch vergeblich: Bereits nach dem katastrophalen Aufprall ist sein Schädel zertrümmert. Am Dienstagmittag um 12.15 Uhr erliegt der junge Mann im Kreise seiner Eltern, der drei Geschwister sowie seiner jungen Ehefrau den schweren Hirnverletzungen. Roland D. hinterlässt drei kleine Kinder.

Mutter Gertrud ist schwer getroffen – bereits vor zwei Jahren verlor sie Sohn Martin, der an Leukämie litt. „Roland war ein guter Sohn, er hat uns im Gasthof immer unterstützt. Wir hatten ein liebevolles Verhältnis innerhalb der Familie. Ich konnte immer zu ihm kommen, wenn mich etwas bedrückt hat“, sagt die Wirtin aus Nordheim. „Sein Verlust schmerzt uns unendlich. Wir müssen jetzt zusammenstehen. Rolands Frau und die Kinder brauchen uns – wir werden uns um sie kümmern und ihnen Kraft geben.“

Auch Reinhold Belli will für die Familie da sein. Der Vorsitzende des Schützenvereins Nordheimer Gemütlichkeit kennt Roland von Kindesbeinen an. Im Gasthaus der Eltern treffen sich die Schützen regelmäßig. „Roland war Luftgewehrschütze und drei Jahre lang bei uns im Verein als Sportwart aktiv. Er war ein ganz feiner Mensch und hat sich sehr für andere eingesetzt. Was er gesagt hat, darauf konnte man sich blind verlassen.“

Im Schützenverein war Roland beliebt, saß auch im Vereinsausschuss. Dass er am Unfallabend in München betrunken gewesen sein soll, will Reinhold Belli nicht recht glauben. Der Erste Schützenmeister kennt ihn anders: „Der Roland war kein Rumtreiber oder Draufgänger. Er war ein ganz lieber Familienmensch und sehr heimatverbunden. Ich habe ihn noch nie in meinem Leben wütend gesehen. Er hat das nicht verdient.“

Tiefe Trauer trägt auch auch Heinz Schmuttermayer – er saß mit Roland im Festausschuss, der 2014 das 100-jährige Jubiläum der Nordheimer Schützen organisiert. „Dieses Unglück ist nicht zu begreifen. Dass Roland ausgerechnet beim Junggesellenabschied seines zukünftigen Schwagers war, ist doppelt tragisch.“ Im Verein hat Roland den Spitznamen Willy – „weil sein Vater Ludwig heißt. Der Junge war überall im Dorf beliebt“, sagt Schmuttermayer. „Wir werden ihn sehr vermissen.“

A. Thieme, D. Plange

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