"Sie schaden ihrer eigenen Sache"

Asyl-Wahnsinn: DGB sperrt Flüchtlinge ein

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Sechs Rechtsextreme riefen am Samstag 110 Gegendemonstranten auf den Plan

München - Die Asylbewerber verschanzen sich noch immer im Keller des DGB-Hauses. Inzwischen hat die Gewerkschaft die Flüchtlinge dort eingesperrt. Rechtsextreme versuchten aus dieser Situation Profit zu schlagen.

Noch immer halten rund 45 Asylbewerber gemeinsam mit linken Unterstützern den Keller des Gewerkschaftshauses besetzt – obwohl der DGB ihnen Hotelzimmer und Zelte als Ausweichquartier anbot und die Polizei freies Geleit versprach. Auch das Angebot, eine Rede beim DGB-Aktionstag (siehe unten) halten zu dürfen, schlugen sie aus. Daraufhin schloss der DGB die Türen des Gewerkschaftshauses hinter den Flüchtlingen zu.

Asyl in Bayern: Der Fakten-Check

Die Folge: Die Asylbewerber mussten über das Tor klettern, wenn sie das Gebäude betreten oder verlassen wollten. Ihnen war der Keller nur für Dienstag von 14 bis 22 Uhr zur Verfügung gestellt worden – inzwischen sind sie immer noch da. Am Sonntag behaupteten die Aktivisten: „Vom ersten Tag an versuchte der DGB uns zu räumen.“ Bayerns DGB-Chef Matthais Jena ist sauer und erklärt: „Die Flüchtlinge schaden ihrer eigenen Sache. Die Kritik an ihnen und ihren Unterstützern nimmt stündlich zu, auch intern.“ DGB-Sprecher Timo Günther beobachtet das Geschehen, er sagt: „Es sind nicht die Mitglieder der Gruppe, die die Entscheidungen fällen, sondern die politischen Aktivisten unter ihnen.“

Sechs Rechtsextreme und 110 Gegendemonstranten

Während sich die Asylbewerber sich im Keller des DGB-Hauses verschanzten, versuchten Rechtsextreme, Profit aus ihrer Lage zu schlagen. Die Splitterpartei „Pro Deutschland“ rief am Nachmittag zu einer Kundgebung unter dem Motto „Solidarität mit dem DGB: Scheinasylanten raus!“ auf. Für Bayerns DGB-Chef Matthias Jena „eine Frechheit – wir wollen und brauchen keine rechte Solidarität“. Der DGB erklärte sich vielmehr bereit, die Asylbewerber über das Wochenende im DGB-Haus zu beherbergen, obwohl diese jeden angebotenen Kompromiss ablehnten. Obwohl nur rund sechs rechte Aktivisten mit drei Plakaten in der Schwanthalerstraße erschienen und die Polizei sie zur Paul-Heyse-Straße umlenkte, folgten 110 Gegendemonstranten dem Aufruf zur Gegendemo vor dem Eine-Welt-Haus. Wie es mit den Asylbewerbern im DGB-Haus weitergeht, entscheidet sich am Montag in einer Besprechung der einzelnen Teilgewerkschaften.

Aktionstag: Wecker lässt Asylanten reden

Zwischen 1200 und 2500 Teilnehmer waren dem Aufruf des DGB gefolgt

Über 1200 Teilnehmer folgten nach Polizeiangaben dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Aktionstag Umfairteilen, der am Samstag am Max-Joseph-Platz startete. Der DGB sprach von 2500 Teilnehmern. Auch Dieter Hildebrandts Störsender war als Mitveranstalter mit den Kabarettisten Urban Priol, Ludo Vici, Ecco Meineke, Karikaturist Dieter Hanitzsch und dem Angela-Merkel-Double Sybille Denker vertreten.

Mercedes und Dieter Hanitzsch sowie Konstantin und Annik Wecker unterstützten den Aktionstag des DGB

Die Demo „für gute Arbeit, sichere Renten und ein soziales Europa“ führte unter lautem Pfeifen-Getriller und Kochtopfgeklapper zur Maximiliansbrücke, wo linke Demonstranten die Rede von Bayerns DGB-Chef Matthias Jena störten: Sie forderten per Megaphon Rederecht für die Asylbewerber (siehe oben). Liedermacher Konstantin Wecker ließ einen ihrer Vertreter bei seinem Auftritt ein Statement vorlesen.

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WE

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