Von wegen Radlhauptstadt

Aufstand gegen Rikscha-Verbot am Marienplatz

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In München gibt es 83 Rikscha-Betreiber, zur Zeit sind rund 170 Fahrer unterwegs

München - Nach außen hin das Image als Radlhauptstadt propagieren – dann aber still und heimlich die Rikschas aus der Stadt verbannen: So verstehen zumindest Münchens Rikscha-Fahrer die aktuelle Verfügung des KVR.

Ab Samstag, 10. August, ist der Marienplatz für die Rikschas tabu – zumindest als Stellplatz. Den hat KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle (64) jetzt nämlich offiziell in Richtung Rindermarkt (entlang des Hugendubel-Gebäudes) verlegt: „Die jetzige Situation ist inakzeptabel. Die Leute kommen ja kaum mehr durch. Und gefährlich ist es auch.“

Für Blume-Beyerle handelt es sich lediglich um eine „geringfügige räumliche Veränderung“. Rikscha-Fahrer Nima Makoui (35) spricht aber von einer „Gefahr für unsere Existenzgrundlage“. Deshalb demonstrierten gestern gut 20 Rikscha-Fahrer vor dem KVR an der Ruppertstraße.

Münchens kuriose Radlfallen

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Auch Dominic Staat, Chef der Firma Pedalhelden, sieht im Zwangsumzug ein Problem: „Unser Gewerbe ist ein Impulsgeschäft. Die Leute hören das Glockenspiel, sehen eine Rikscha und entscheiden sich für eine Fahrt.“ Seine Forderung: „Wir brauchen den Marienplatz!“

Blume-Beyerle sprach von einer „Übergangsregelung“, viele Fahrer befürchten trotzdem das Aussterben ihres Geschäfts. Rikscha-Sprecher Staat setzt trotzdem weiter auf den ­Dialog: „Gewisse Punkte des KVR sind sachlich durchaus begründet. Mich stört jedoch, dass wir in die Entscheidung nicht eingebunden waren. Aber das sind wir vom KVR leider gewöhnt.“

T. Scharnagl

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