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Fabrikneue Siemens-Züge von Go-Ahead offenbar nicht wintertauglich – Reihenweise Ausfälle

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Von: Dirk Walter

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Ein von Augsburg kommender Go-Ahead-Zug fährt auf der Strecke.
Angesichts der weiter massiven Probleme beim Eisenbahnunternehmen Go-Ahead in Schwaben drängt nun der bayerische Verkehrsminister im Sinne der Fahrgäste auf eine schnelle Verbesserung der Situation. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Auf der Bahnstrecke München-Augsburg gibt es noch immer massive Probleme mit den neuen Zügen von Go-Ahead. Jetzt hagelt es Kritik aus der Politik.

München/Augsburg – Angesichts der weiter massiven Probleme beim Bahnunternehmen Go-Ahead schaltet sich nun Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) vom Krankenbett aus ein. Der Minister kuriert eine Knie-OP aus, doch das Chaos auf der viel befahrenen Strecke München–Augsburg ruft quasi nach einem Ministerwort: „Es ist schlichtweg inakzeptabel, dass fabrikneue Schienenfahrzeuge nicht wintertauglich sind und bei Minusgraden auf offener Strecke liegen bleiben“, erklärte Bernreiter.

Bei Go-Ahead fallen reihenweise Züge aus – das ärgert jetzt auch den Verkehrsminister

Das Chaos bei Go-Ahead hatte schon unmittelbar nach dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember begonnen. An diesem Tag hatte der britische Zugbetreiber die Strecken des einstigen Fuggerexpresses von der Deutschen Bahn übernommen.

Go-Ahead brachte eigene Züge mit, brandneu, 56 Stück, eine Entwicklung von Siemens Mobility. Doch die streikten. Ein Problem sind die Stromabnehmer, die bei den eisigen Temperaturen der vergangenen Tage nicht an der Oberleitung andockten. Aufgrund weiterer Mängel sei aktuell nur rund die Hälfte der insgesamt 56 Fahrzeuge von Go-Ahead einsatzfähig, berichtete gestern das Verkehrsministerium. Die Folge: Viele Verbindungen fallen aus, oft ist im Berufsverkehr nur ein Fahrzeug (statt drei) auf der Strecke. Go-Ahead bot Fahrgästen sogar an, auf den ICE umzusteigen – die Mehrkosten werden übernommen. Außerdem sollen Fahrgäste, die in Mering zusteigen, auf dem Weg nach München einen Umweg über Geltendorf einschlagen.

Kritik an Go-Ahead geht weiter - Fahrgäste erhalten unzuverlässige Informationen

Auch die SPD hält Go-Ahead vor, sich schlecht vorbereitet zu haben. „Dass irgendwann der Winter kommt, müsste eigentlich bekannt sein“, ätzt die Abgeordnete Inge Aures. Leider habe es in den vergangenen Jahren überall in Deutschland technische Probleme bei Neufahrzeugen gegeben, sagt indes Bernreiter. Er vermutet ein „strukturelles Problem“. Als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet er die Fahrgastinformation von Go-Ahead. „Weder in den Zügen noch auf den digitalen Informationskanälen erhielten die Fahrgäste zuverlässige Informationen.“

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die Bernreiter untersteht, führt Krisengespräche. Go-Ahead drohen Strafzahlungen. Das Unternehmen hat erklärt, dass die gesamte Fahrzeugflotte erst am 2. Januar wieder einsatzbereit sein soll. (dw)

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