Populäre Biermarke expandiert

München: Augustiner plant Brauerei-Ausbau - Stammgelände an Landsbergerstraße zu klein

Zu wenig Platz für neue Abfüllanlagen in München: Augustiner-Bier wird künftig auch in Freiham produziert.
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Zu wenig Platz für neue Abfüllanlagen in München: Augustiner-Bier wird künftig auch in Freiham produziert.

Die Augustiner-Brauerei erweitert ihre Produktion. Weil das Stammgelände an der Landsberger Straße für zwei neue Abfüllanlagen zu klein ist, weicht das Unternehmen nach Freiham aus.

München - Augustiner ist im Stadtbild an vielen Ecken präsent. Zig Münchner* Wirtshäuser schmückt das einprägsame Firmenwappen. Mehr Eigenwerbung macht das Unternehmen traditionell nicht – und ist damit nach wie vor eine Ausnahmeerscheinung in der Branche. Dennoch, der Bierausstoß wächst. Denn die Marke ist populär.

Auch mit offiziellen Zahlen hält sich das Unternehmen stets zurück. Doch ein aktuelles Bauvorhaben ist wohl der beste Beleg dafür, dass der Bierabsatz von Augustiner nicht sinkt. Das bereits bestehende Logistikzentrum im Gewerbegebiet Freiham Süd soll vergrößert, überdies sollen zwei neue Flaschenabfüllanlagen errichtet werden. Das geht aus einer nicht öffentlichen Vorlage hervor, die heute im Stadtrat behandelt wird und unserer Zeitung vorliegt. Dem Vernehmen nach hat die Erweiterung der Brauerei auch damit zu tun, dass immer mehr 0,33-Liter-Flaschen abgefüllt werden. Bis vor wenigen Jahren gab es Augustiner-Helles nur als Halbe zu kaufen.

Grundstückstausch mit der Stadt macht Augustinger-Ausbau möglich

Um das Vorhaben verwirklichen zu können, ist ein Grundstückstausch mit der Stadt notwendig. Denn am Brauereigelände an der Landsberger Straße verhindern laut Kommunalreferat Denkmalschutzgründe und der zu große Flächenbedarf eine Erweiterung. Auch die Abwicklung des externen und innerbetrieblichen Verkehrs wäre schwierig. Daher plant Augustiner den Ausbau in Freiham, ohne jedoch auf die innerstädtische Lage zu verzichten.

Machbar wäre die Erweiterung südlich des bestehenden Standorts im Gewerbegebiet Freiham Süd. Die etwa 13 500 Quadratmeter große Fläche gehört allerdings der Stadt. Die Verwaltung hat daher mit Augustiner über einen Grundstückstausch verhandelt. Offenbar mit Erfolg: Im Gegenzug erhält die Stadt eine gleich große landwirtschaftlich nutzbare Fläche am westlichen Stadtrand von München, in Streiflach nahe Germering. Da es sich um eine landwirtschaftliche Fläche handelt und diese weniger wert ist als das Areal im Gewerbegebiet, soll Augustiner zudem rund sieben Millionen Euro an die Stadt überweisen. Diesem Deal muss der Stadtrat heute noch zustimmen. Inbegriffen in dem Tauschgeschäft ist ferner eine Ausgleichsfläche von rund 33 750 Quadratmetern, die ebenfalls in den Besitz der Stadt übergehen soll.

Augustiner München: Erweiterung in Freiham in zwei Phasen

Die Erweiterung in Freiham soll in zwei Phasen ablaufen. Zunächst entsteht eine neue Flaschenabfüllanlage und das bereits bestehende Logistikzentrum wird vergrößert. In Phase zwei wird Baurecht für die bislang noch im Außenbereich liegende Erweiterungsfläche geschaffen.

Mönche haben die Augustiner Brauerei gegründet, sie wurde im Jahr 1328 erstmals genannt. Im Rahmen der Säkularisation 1803 mussten die Mönche das Kloster verlassen, die Brauerei wanderte in Staatsbesitz und wurde 1817 wegen Baufälligkeit an die Neuhauser Straße verlegt. 1829 erwarb die Familie Wagner die Sudstätte. Seither ist die Brauerei in Privatbesitz. 1883 wurde die Produktionsstätte an der Landsberger Straße bezogen. Die Initialen JW stehen für Joseph Wagner, Sohn der Firmengründer. Die heutigen Eigentümer sind die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung sowie unter anderem die Familie Inselkammer. - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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