Er hatte „Großartiges geleistet“

Letzter Auschwitz-Befreier ist tot - Der Panzerfahrer David Dushman (98) starb in einem Münchner Krankenhaus

Mit David Dushman ist der letzte lebende Befreier des Konzentrationslagers Auschwitz gestorben.
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Mit David Dushman ist der letzte lebende Befreier des Konzentrationslagers Auschwitz gestorben. Hier nahm der Veteran 2015 an einer Gedenkveranstaltung für seine gefallenen Kameraden in Berlin teil.

Im Alter von 98 Jahren ist David Dushman in München gestorben. Er war der letzte lebende Befreier des Konzentrationslagers Auschwitz.

München - Vor 76 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee der Sowjetunion befreit. Ganz vorne mit dabei war der damals 21-jährige David Dushman. Jetzt ist der 98-Jährige in einem Krankenhaus in München* gestorben. Er war der letzte lebende Befreier des KZ Auschwitz.

1945 durchbricht Dushman mit seinem Panzer den Zaun des KZ Auschwitz

Am 27. Januar 1945 saß Dushman in einem Panzer der Roten Armee. Mit diesem durchbrach der 21-Jährige einen der Absperrzäune des Konzentrationslagers. Damit half er mit, rund 7000 Häftlinge der Nazi-Diktatur zu befreien. Nach dem Zweiten Weltkrieg trainierte er von 1952 bis 1988 die Frauennationalmannschaft der Sowjetunion. In diesem Zusammenhang war auch beim Olympia-Attentat 1972 auf die israelische Mannschaft in München* mit dabei. Später erzählte er Kindern in Schulen seine Geschichte und wurde als Zeitzeuge häufig zu Veranstaltungen eingeladen.

An seinem 95. Geburtstag sprach die Präsidentin der Israelitischen Kulturgemeinde München (IKG), Charlotte Knobloch, folgende Worte über den Weltkriegs-Veteranen: „Was Sie an physischen und seelischen Schmerzen erleiden mussten, aber auch, was Sie an Großartigem geleistet haben und welche außergewöhnlichen Erfolge Sie feiern konnten - das reicht eigentlich für drei Leben.“

76. Gedenktag zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz (Video)

David Dushman stirbt in Münchner Krankenhaus

In der Nacht auf Samstag starb nun David Dushman im Alter von 98 Jahren in einem Münchner Krankenhaus. Das bestätigte ein Sprecher der IKG. An seinem letzten Geburtstag wurde der Weltkriegs-Veteran zum Ehrenmitglied der IKG ernannt. (tel) *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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