Ausflugsmöglichkeiten im Überblick

Ernsthaft? Stadt München gibt Ausflugs-Tipps - Und schlägt ausgerechnet diese drei Ziele vor

Fünf Menschen schauen auf München herab.
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Der Ausflugsticker Bayern 2.0 soll Tipps für neue Ausflugsziele geben.

Der Ausflugsticker Bayern 2.0 gibt Tipps für Unentschlossene über das ganze Bayernland. Doch wie nützlich ist er wirklich?

München - Was soll man unternehmen bei schönem Wetter, wo pandemiebedingt doch gerade fast alles geschlossen ist? Und wo treten sich nicht hunderte Ausflügler gleichzeitig auf die Füße oder finden gar nicht erst einen Parkplatz? Antworten auf diese Fragen soll der „Ausflugsticker Bayern 2.0“ geben.

Diese Website hat die bayerische Landeshauptstadt München zusammen mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium und dem Freistaat Bayern ins Leben gerufen. Mithilfe dieser sollen alle Bürger die Möglichkeit bekommen, sich von vornherein für den idealen Ausflug zu informieren.

Ausflugsticker soll „unnötige Menschenansammlungen vermeiden“

Dazu gehören Informationen rund um das Verkehrsaufkommen auf dem Weg zum Ziel, wie hoch der Andrang dort ist und was es für alternative Ausflugsziele gäbe, wenn das Gewünschte bereits überfüllt ist. Denn: „Wir müssen alles dafür tun, unnötige Menschenansammlungen zu vermeiden“, so Ministerialdirektorin im bayerischen Wirtschaftsministerium, Ulrike Wolf laut muenchen.de.

Seit Juni 2019 war die erste Variante der mobilen Website erschienen und wird seitdem fortlaufend optimiert. Mithilfe der Daten, die die Website von ihren Nutzern sammelt und durch Inhalte, die Tourismusvorstände vor Ort pflegen. Das sind momentan Infos zu rund 260 Ausflugszielen. Und genau hierbei liegt eine große Schwachstelle der Website.

Ausflugswebsite gibt nur wenig neue Auskünfte - Ganze Landkreise ohne Tipps

Werden etwa Ausflugsziele in München gesucht, sind die einzigen drei angezeigten Ergebnisse: Das pandemiebedingt geschlossene Deutsche Museum, die pandemiebedingt geschlossene Allianz Arena und der Olympiapark. Diese Tipps sind für alle Münchener also eher mäßig hilfreich.

Oder möchte man sich bei bekannteren Ausflugszielen darüber informieren wie groß das Aufkommen ist, stößt die Website auch hier schnell an ihre Grenzen: Am Chiemsee etwa wird erklärt, dass bei gutem Wetter mit hohem Verkehrsaufkommen und wenig Parkplätzen zu rechnen ist. Wenig überraschend. Am Tegernsee wird gerade einmal über eine Baustelle aufgeklärt, über mögliche Besuchermengen nicht einmal ein Hinweis.

Wetterprognosen als Hauptgrundlage für Überfüllungswarnungen

Dass bekannte Ausflugsziele also bei gutem Wetter mehr besucht sind als bei schlechtem Wetter, ist eher nichts Neues. Sah man bisher bei der Ausflugsplanung auf den Wetterbericht, konnte man sich das Aufgekommen in etwa auch selbst zusammenreimen. Verkehrs-, Stau-, und Umleitungsmitteilungen geben Smartphones und viele Navigationssysteme auch ohne den Ticker preis, der für die Navigation an den gewünschten Ort sowieso einfach auf Google Maps weiterleitet.

Die Tipps für neue Wanderrouten und unbekannte, blühende Landschaften auf der Website halten sich wegen der geringen Anzahl an Eintragungen zudem bisher sehr in Grenzen. Noch dazu kommt, dass in vielen Bereichen Bayerns, ja in ganzen Landkreisen, der Ticker gar keine Vorschläge liefert. In anderen Gebieten liegt ein Hinweis auf ein wegen des Coronavirus‘ geschlossenes Ausflugsziel neben dem anderen und deprimiert eher, als dass es zum Wegfahren einlädt. Ob und wie viele Bayern sich auf den Ausflugsticker Bayern 2.0 einlassen, bleibt abzuwarten. Zu finden ist der Ticker unter: www.ausflugsticker.bayern. Aber fast genauso gut kann man auch gleich aus dem Fenster und auf Google Maps schauen, das Wetter und den Verkehr begutachten und überlegen: Soll ich‘s lieber lassen oder lass ich‘s lieber sein?

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