Perfide Langfinger-Masche

Polizei warnt vor BMW-Bande: Diebe stehlen in München Luxusschlitten - So funktioniert ihr Trick

Ein BMW M4 ähnlich wie dieser wurde in München zur Beute der Diebesbande
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Ein BMW M4 ähnlich wie dieser wurde in München zur Beute der Diebesbande.

Zurzeit sind in München wieder Autodiebe unterwegs, die es auf Luxus-Fahrzeuge abgesehen haben, die sich ohne Zündschlüssel starten lassen. Mit einem Trick kann man sich wappnen.

  • In München treibt eine Bande von Langfingern ihr Unwesen. Die Autodiebe haben es auf teure Autos abgesehen.
  • Bislang wurden im November bereits fünf BMW-Modelle gestohlen. Die Täter wurden bislang nicht aufgespürt.
  • Sie wenden eine perfide, aber bekannte Masche an. Wir erklären, wie man sich dagegen schützen kann.

München - Die Diebe schlagen vor allem nachts zu, wenn die Autobesitzer schlafen. Das berichtet Thomas Jacob (49), Vize-Chef des für Kfz-Kriminalität zuständigen Kommissariats beim Polizeipräsidium München*, am Freitag. Am nächsten Morgen erleben die Münchner dann die böse Überraschung. Zum ersten Mal schlug die Bande, die es dieses Mal vor allem auf BMW abgesehen hatte, in der Nacht zum 5. November zwischen 1.30 und 3.10 Uhr zu. Die Kriminellen klauten ein Fahrzeug, das in Trudering auf öffentlichem Grund geparkt war. Diese Woche in der Nacht auf Mittwoch kamen die Diebe nach Allach und stahlen dort ebenfalls einen BMW. Seit Anfang November stahlen die Kriminellen schon fünf Luxus-BMW, unter anderem einen M4. Einmal scheiterten die Diebe, laut Jacob vermutlich an der Technik. Die Bande verursachte bereits einen Schaden von um die 500.000 Euro.

München: Luxus-BMW-Modelle mit „Keyless-Go“-Technik geknackt - So können Sie sich schützen

„Die Täter schlagen in der Regel in Stadtrandlagen zu, da sie direkt an die Haustüre kommen müssen“, sagt der 49-Jährige. Denn die Bande nutzt die Tatsache aus, dass sich die Fahrzeuge per Funksignal automatisch öffnen. Dieses System nennt sich „Keyless-Go“. Die Kriminellen können das Signal, das der Schlüssel sendet, mit einer speziellen Ausrüstung abfangen und vom Haus zum Fahrzeug verlängern. Dass Langfinger versuchen, diese Elektronik zu knacken, ist nicht neu:

Thomas Jacob rät deshalb, das Auto nicht direkt vor dem eigenen Haus zu parken oder den Schlüssel nicht in der Nähe von Fenstern oder der Tür aufzubewahren. Schutz bietet auch, den Schlüssel in eine Metalldose zu legen. Jacob: „Wir haben es mit einer hochwertigen Lebkuchendose probiert – und es hat funktioniert.“ Alternativ kann man den Schlüssel auch in Alufolie wickeln oder in den Kühlschrank legen. Manche Hersteller bieten auch an, die Keyless-Funktion temporär zu deaktivieren. Das bietet zwar Sicherheit, führt den Zweck des schlüssellosen Systems jedoch ad absurdum.

München im Jahr 2018 von ähnlicher Masche betroffen - Ende mit spektakulärer Verfolgungsjagd

Bereits vor zwei Jahren gab es in München* eine ähnliche Diebesmasche, bei der insgesamt neun teure Autos gestohlen worden waren, der Schaden betrug damals mehr als 800.000 Euro. Auch damals kamen die Diebe in der Vorweihnachtszeit. Der Polizei gelang im Dezember 2018 ein Schlag gegen eine Autoknackerbande: Sie nahm bei einer spektakulären Verfolgungsjagd drei Täter fest. Damals hatte ein Autobesitzer aus Waldperlach nachts bemerkt, dass sein Mercedes gestohlen worden war und hatte die Polizei alarmiert. Durch eine Software, die der Besitzer im Auto installieren ließ, machten die Beamten die Täter ausfindig. Jetzt fehlt noch eine heiße Spur. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netwerks

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