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530 Bäume für neue U-Bahn weg! Naturschützer sauer – Grüne verteidigen die Maßnahme

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Von: Sascha Karowski

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Jemand hat eine Motorsäge an einem Baum angesetzt.
Für den Bau der neuen U-Bahn-Trasse nach Pasing müssen Bäume gefällt werden. © Klaus-Dietmar Gabbert

Für die U5-Verlängerung nach Pasing müssen wohl hunderte Bäume gefällt werden. Der Bund Naturschutz ist sauer. Die Grünen verteidigen das Projekt

München – Der Bund Naturschutz* (BN) kritisiert, dass für den Bau der U5-Verlängerung nach Pasing* wohl mindestens 530 Bäume gefällt werden müssen. „Wir finden es mehr als bedauerlich, dass unsere Warnung und unserer Bitte nach erneuter Prüfung der Gleisführung nicht nachgekommen wurde“, sagt der BN-Vize-Geschäftsführer Martin Hänsel*.

Der Stadtrat soll am Dienstag (30. November) den Plänen des Baureferates zustimmen. „Die Planung wird den Erfordernissen des Klimawandels nicht gerecht“, sagt Hänsel.

Die Grünen ließen gestern mitteilen, dass sie die Baumfällungen bedauern. Sie seien aber unerlässlich, weil durch die relativ hohe Lage des U-Bahn*-Haltes Laimer Platz und der Abstellanlage an der Haltestelle Willibaldstraße nur die Deckelbauweise möglich sei. Dazu sei zunächst der Aushub einer sehr breiten Baugrube notwendig, die den Erhalt der Bäume in der Gotthardstraße unmöglich mache.

München: Bäume wegen U-Bahn-Bau gefällt - Grüne verteidigen „bitteren Wermutstropfen“

„Wir freuen uns, die Verlängerung der U5* nun auf den Weg zu bringen“, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher*. Viele Menschen im Münchner Westen warteten schon lange auf den Ausbau dieser Strecke, die einen unverzichtbare Baustein der Verkehrswende in München* darstelle.

„Ein bitterer Wermutstropfen ist, dass so viele Bäume weichen müssen“, sagt Stadträtin Sibylle Stöhr (Grüne). Zwar werde es Ersatzpflanzungen geben, doch neu gepflanzte Bäume hätten bekanntlich ein geringeres Grünvolumen und bräuchten viele Jahre, bis sie die Funktionen ausgewachsener Straßenbäume in vollem Umfang einnehmen könnten. „Diesmal war es leider nicht möglich, die Bäume zu verschonen. Wir werden uns weiter bei jedem Bauprojekt dafür einsetzen, Fällungen zu minimieren.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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