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Wirt will Mammut-Projekt am Englischen Garten unbedingt verhindern: „Atmosphäre stark beeinträchtigt“

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Von: Claudia Schuri

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Besorgt um das Grün: Aumeister-Wirt Thomas König befürchtet, dass neben seinem Biergarten viele Bäume und Gewächse für eine Baustraße für den Ausbau des Föhringer Rings weichen müssen.
Besorgt um das Grün: Aumeister-Wirt Thomas König befürchtet, dass neben seinem Biergarten viele Bäume und Gewächse für eine Baustraße für den Ausbau des Föhringer Rings weichen müssen. © Oliver Bodmer

Schon seit vielen Jahren wird geplant und diskutiert: Der Ausbau des Föhringer Rings ist ein gewaltiges Vorhaben. Aber für die Baustelle müssen voraussichtlich Bäume weichen.

München - Es ist ein Mammut-Projekt: Der Föhringer Ring wird von zwei auf vier Spuren ausgebaut. Auf einer Länge von 1,9 Kilometern soll die Straße fit gemacht werden für mehr Verkehr. Denn Prognosen sagen 2025 an einem Werktag bis zu 74.000 Fahrzeuge auf der Strecke voraus. Doch der Ausbau bringt eine riesige Baustelle und Eingriffe in die Natur mit sich. Und das macht Thomas König, dem Wirt vom Aumeister im Englischen Garten, große Sorgen. „Es müssen große Grünflächen mit vielen Bäumen abgeholzt werden“, sagt er. „Der Lebensraum von vielen Tieren wird zerstört.“

Bäume müssten dem Föhringer Ring weichen: Knapp 7000 Quadratmeter sollen gerodet werden

Das Staatliche Bauamt Freising bestätigt, dass Rodungen bei der Herzog-Heinrich-Brücke geplant sind, um eine rund 800 Meter lange Baustraße zur Isarinsel einzurichten. Eingriffe seien „unmittelbar westlich und östlich von Isar und Isarkanal an der Herzog-Heinrich-Brücke sowie auf der Isarinsel im Bereich des Brückenneubaus sowie östlich des Isarkanals“ vorgesehen. „Gerodet werden sollen dabei knapp 7000 Quadratmeter Gehölzfläche“, berichtet ein Sprecher. Eine Zahl, wie viele Bäume genau gefällt werden, könne man noch nicht nennen. „Es handelt sich überwiegend um Buschwerk und Sträucher und nicht um sehr alte Bäume.“

Für den Ausbau des Föhringer Rings gibt es bereits seit 2004 Baurecht. Wegen Änderungen im Naturschutz müssten die Planungen derzeit aber angepasst werden. Sobald der Planänderungsbeschluss vorliegt, könnten die Bauleistungen, darunter die Rodungsarbeiten, ausgeschrieben werden. Der Sprecher betont, dass nach der Bauzeit der Bewuchs wo möglich wieder hergestellt wird. Bei der Herzog-Heinrich-Brücke solle auf 5200 Quadratmetern Gehölz gepflanzt werden. Zudem gebe es weitere Ausgleichsmaßnahmen.

München: Ausbau des Föhringer Rings - Wirt König will Eingriff in den Englischen Garten verhindern

Allerdings: Das ist noch gar nicht der Bereich, um den es Wirt König geht. Ein weiterer Schritt des Bauprojekts wird voraussichtlich den Grünzug unmittelbar neben dem Aumeister betreffen. Ein drittes Tektur-Verfahren sei gerade in Aufstellung, so die Auskunft des Bauamts. „Wir stehen noch in Verhandlungen“, sagt der Sprecher. Für Details sei es noch zu früh.

Im Gespräch ist eine Baustraße zwischen dem Aumeister und dem Föhringer Ring. Behördenvertreter haben wegen des Projekts schon Kontakt mit Wirt König aufgenommen. Er befürchtet, dass durch eine Rodung der Flächen auch ein Lärmschutz für den Aumeister entfallen würde. Seine Angst: „Durch die Belastung mit Lärm, Schmutz und Dreck werden die Atmosphäre und unser Betrieb stark beeinträchtigt. Und es ist ein Eingriff in den Nordeingang des Englischen Gartens.“

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Föhringer Ring: Naturschutzbehörde betont - „Fällungen auf das unbedingt Notwendige zu begrenzen“

Die Untere Naturschutzbehörde in München betont: Man versuche, „Fällungen auf das unbedingt Notwendige zu begrenzen“. Zum Umfang könne man noch nichts sagen, weil noch keine vollständigen Pläne vorlägen. Klar ist aber, dass der Ausbau des Föhringer Rings „unvermeidlich zu Fällungen beiderseits der bestehenden Straße führen“ werde, so eine Sprecherin. Da vorgegeben sei, den Verkehr während der Arbeiten weitestgehend aufrechtzuerhalten, „wird es schwierig zu vermeiden, dass ein Teil des Baustellenverkehrs neben der Baustelle abgewickelt wird“. Die Entscheidungen treffe aber die Planfeststellungsbehörde, die Regierung von Oberbayern.

Für Wirt Thomas König ist klar: Er will für den Erhalt des Grüns an seinem Biergarten kämpfen. (Claudia Schuri)

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