Nach Horror-Unfall im Rollstuhl

„Ich weiß nicht, wo ich hin soll“: Münchnerin (39) nach Balkon-Sturz gelähmt

Seit Ostern ist die 39-Jährige gelähmt. Sie wohnt übergangsweise am Innsbrucker Ring. 
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Seit Ostern ist die 39-Jährige gelähmt. Sie wohnt übergangsweise am Innsbrucker Ring. 

Durch einen Balkonsturz änderte sich das Leben von Elke Hartmannsgruber von einer Sekunde auf die nächste. Nun braucht die Frau dringend Hilfe. 

  • Elke Hartmannsgruber (39) ist verzweifelt.
  • Nach einem Balkon-Sturz ist sie querschnittsgelähmt.
  • Die ehemalige Verwaltungsangestellte sucht dringend eine geeignete Wohnung.

München - Was Elke Hartmannsgruber erlebt hat, wünscht man niemanden. Die 39-Jährige hat die Blumen auf dem Balkon ihrer Wohnung im dritten Stock gezupft, als sie das Gleichgewicht verlor und in die Tiefe stürzte. Den Aufprall bekam sie bei vollem Bewusstsein mit. Seit Karfreitag 2019 ist nichts mehr so, wie es war. Zwar hat sie den Horrorsturz überlebt. Doch seitdem ist die Frau von der Brust ab gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Ihr bisheriges Leben: Das gibt es nicht mehr.

In ihre alte Wohnung kann die 39-Jährige nicht zurück

„Ich weiß nicht, wo ich künftig hin soll“, sagt sie und Tränen schießen ihr in die Augen. In ihre alte, nicht barrierefreie Wohnung in Unterfranken kann sie nicht zurück. Gleiches gilt für das Zuhause ihrer Eltern. Wo also hin, wenn man sich nur sehr eingeschränkt bewegen kann und intensive Pflege braucht? Die Suche nach einer Wohnung lässt Elke Hartmannsgruber schon lange schlecht schlafen. Nach ihrem Sturz kam sie schwerstverletzt ins Krankenhaus. Erst nach Bad Kissingen, dann in die Unfallklinik Murnau südlich von München. Ihre Behandlung dauerte ein halbes Jahr: Auf der einen Seite der Körper, der nicht mehr so wie einst funktioniert. Auf der anderen Seite Kopf und Seele, die damit zurechtkommen müssen. „Das ist nicht einfach“, sagt die langjährige Verwaltungsangestellte.

Leben mit all den Einschränkungen kostet viel Kraft

Das neue Leben zu organisieren, mit all den Einschränkungen: Dafür hatte sie kaum Kraft. In ihrer Verzweiflung schrieb sie vom Krankenbett aus deutschlandweit Einrichtungen und Organisationen an. Hilfe bekam sie von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewofag, die für die Nicht-Münchnerin eine Ausnahme machte. Hartmannsgruber zog in eine Pflegewohnung auf Zeit am Innsbrucker Ring. Und musste wieder eine Lösung finden. Diesmal eine dauerhafte. „Aber das ist nicht einfach.“ In Facheinrichtungen habe sie keinen Platz gefunden, und auf dem freien Münchner Mietmarkt keine Pflegewohnung.

Nach Balkon-Sturz: Querschnittsgelähmte (39) ist verzweifelt

Zur Hoffnungslosigkeit kam dann der Zeitdruck: Nur bis Ende Januar lief der Mietvertrag. Die Zeit verging, ohne dass sie eine positive Rückmeldung bekam. Die Angst wurde größer und größer. Per Zufall entdeckte Hartmannsgruber ein Plakat des Vereins „Hilfe zur Selbsthilfe“, der Menschen unterstützt, die von Wohnungslosigkeit und Existenznot betroffen sind. Vorsitzender Sergej Boyko erkannte, wie schlecht es der Querschnittsgelähmten ging, half und wandte sich an die Zeitung. Eine Merkur-Anfrage bei der Gewofag zeigte, dass ihr das Schicksal der 39-Jährigen weiter nicht egal ist. „Wir verlängern den Nutzungsvertrag außer der Reihe um zusätzliche drei Monate bis Ende April“, erklärte Sprecherin Kirsten Wiese kurz vor Weihnachten. Ein Riesengeschenk für Hartmannsgruber, die nun mehr Zeit hat, weiterzusuchen. Und auf Unterstützung hofft.

Wer helfen kann oder Informationen hat, erreicht den Verein per E-Mail an eigeninitiative@gmx.de oder unter Telefon 089 / 62 24 46 93.

Stufen lassen eine Münchner Familie verzweifeln. Sie kämpfen für ihren Sohn im Rollstuhl. Der elfjährige Abu leidet an Muskeldystrophie, seit vier Monaten kann er nicht mehr selbst laufen. Die Familie findet aber keine barrierefreie Wohnung.

Bei diesen Zahlen schrillen die Alarmglocken: 30 Prozent aller Münchner Mittelschicht-Haushalte blättern schon mindestens 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete hin!

In München kam es am Montagabend (6.Januar) zu einem Angriff auf Bundespolizisten. Zwei Männer verhielten sich sehr aggressiv - beide sind international Polizei-bekannt.

Eine Influencerin stürzte wegen eines Selfies 30 Meter in die Tiefe und starb.

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