Digitalisierung, Spardruck, Corona

Bekannte Filialen fallen weg: Droht nun das große Bankensterben in München?

Eine Frau hält eine Geldbörse mit zahlreichen Banknoten und Bankkarten in der Hand.
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Droht schon bald das große Bankensterben in Deutschland?

Das Bankensterben in München: Was ist in den letzten Jahren passiert - und was steht uns noch bevor? Ein Überblick.

  • Digitalisierung, Spardruck, Corona: Beginnt schon bald das Bankensterben in München?
  • Welche Filialen haben bereits geschlossen?
  • Und was steht uns in München noch bevor?

München - Das war mal eine Bank -im übertragenen Sinne. Rausgehen aus der Wohnungstür, und nicht weit weg, gibt’s ganz sicher eine Bank, und zwar im wortwörtlichen Sinne. Egal, wo man wohnt. Das ändert sich gerade, und zwar massiv. Immer mehr Bankfilialen werden aufgelöst, zusammengezogen oder in Selbstbedienungs-Stellen umgewandelt. Weltweit, bundesweit und auch bei uns in München.

München: Beginnt schon bald das große Bankensterben?

Digitalisierung, Spardruck, Corona: Experten gehen davon aus, dass spätestens in zehn Jahren jede zweite Bankfiliale wegfällt. An ihre Stelle rücken neue Konzepte: Filialen auf Rädern zum Beispiel, auf dem Land hat die Sparkasse bereits sogenannte Banken-Busse im Einsatz. Außerdem gewinnen digitale Angebote wie Online-Banking weiter an Gewicht. Sicher: Das ist in gewisser Weise Fortschritt - aber es ist für viele Kunden auch ein Graus. Simon S. zum Beispiel spricht von einer „Veränderung ohne Mehrwert“, von einer „echten Katastrophe“. Dem 69-Jährigen liegt die Welt des Internets fern. Online-Banking? Für den Nymphenburger Rentner ein Fremdwort. „Mein Haus“, erzählt er, „ist so alt - das hat noch nicht mal einen Internet-Anschluss.“

Dorothea Mohn vom Bundesverband Verbraucherzentrale kennt die Sorgen der Kunden. Die Expertin sagt: „Es wird immer Menschen geben, die sich - aus welchen Gründen auch immer - digital nicht fortbewegen können.“ Deshalb sieht Mohn sowohl die Banken als auch die Politik in der Pflicht, alle Kunden im Blick zu behalten und die Versorgung auf allen Kanälen zu sichern, „auch wenn sich die Lust nach Vereinfachung und einer Verschlankung der Prozesse immer weiter ausdehnt“.

München: Commerzbank verlässt den Romanplatz

Simon S. hat vor etwa einem Jahr ein neues Konto bei der Commerzbank eröffnet. Der Münchner nutzte den Service am Schalter, schrieb Überweisungen, war zufrieden. Bis er vom Umzug seiner Filiale am Romanplatz erfuhr. „Was soll ich denn jetzt machen?“, fragt der 69-Jährige mit Blick auf seinen Körper. Eine Entzündung hat seine Sprunggelenke versteift. Seine Knie: „Kaputt.“ Der Weg zur Straßenbahn? „Ein Ewigkeitswerk“, das der Münchner in Zukunft aber wahrscheinlich öfter auf sich nehmen muss.

Denn: Die Commerzbank ist nicht das einzige Finanzinstitut, das den Romanplatz verlässt. Auch die HypoVereinsbank hat angekündigt, umzuziehen. Die Stadtsparkasse hatte in der Nachbarschaft zuletzt eine Teilzeit-Filiale - die ist aber laut Internet-Seite „bis auf Weiteres geschlossen“. Vor Ort gibt es aber einen Automaten-Betrieb. Die Stadtsparkasse gab bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe keine weitere Stellungnahme ab. Sarah Brenner

München: Das planen die Geldinstitute in München

Commerzbank: Die Banking-App der Commerzbank zählt mittlerweile über 1,5 Millionen aktive Nutzer, berichtet eine Sprecherin. Allein im Juni seien 9,6 Millionen Überweisungen digital durchgeführt worden - „deutlich mehr als noch zum Jahresanfang“. Die Konsequenz: In naher Zukunft sollen 16 Filialen im Großraum München zusammengelegt werden. Dabei handelt es sich unter anderem um die Filialen an der Augustenstraße, an der Schleißheimer Straße, am Waldfriedhof, am Maxhof oder am Romanplatz.

Sparda-Bank: Wie viele Kunden haben sich bereits ins Internet verabschiedet? Wenn man die Entwicklung der Sparda-Bank betrachtet, lautet die Antwort: zu viele. „Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren zu einem massiv veränderten Kundenverhalten geführt“, bestätigt eine Sprecherin. Darauf habe man im vergangenen Jahr reagiert und fünf Filialen innerhalb Münchens geschlossen. Die Sparda-Bank ist derzeit mit 14 Filialen im Stadtgebiet vertreten. Weitere Veränderungen bleiben abzuwarten.

Deutsche Bank: Die Deutsche Bank verfügt derzeit über 14 Filialen innerhalb des Stadtgebiets. 2017 hat der Finanzdienstleister sieben seiner Standorte geschlossen. Dabei handelte es sich um die Filiale an der Prinzregentenstraße sowie die Niederlassungen am Max-Weber-Platz, am Wettersteinplatz, an der Universität, am Kurfürstenplatz, an der Ungererstraße sowie am Olympia Einkaufszentrum. „Kleinere Anpassungen des Filialnetzes an lokale und regionale Marktgegebenheiten“ seien weiterhin möglich.

Stadtsparkasse: Vor zwei Jahren haben etliche Kunden der Stadtsparkasse Post bekommen. Schließlich standen weitreichende Veränderungen an: Umbauten, Umzüge, Schließungen. Unterhielt die Stadtsparkasse im Jahr 2009 noch 130 Filialen, waren es 2018 nur noch 58. Aktuell hat der Finanzdienstleister 48 Standorte innerhalb Münchens voll im Betrieb. Und an diesen Filialen werde das Unternehmen „aus heutiger Sicht langfristig festhalten“, betonte der Vorstandsvorsitzende Ralf Fleischer vor Kurzem.

HVB - UniCredit: Die HVB - UniCredit ist im Großraum München derzeit mit 54 Filialen vertreten, 34 davon befinden sich im Stadtgebiet. In den vergangenen drei Jahren seien lediglich vier Filialen weggebrochen. Weitere Veränderungen am Münchner Filialnetz seien derzeit „keine geplant“. Das Filialgeschäft, heißt es von Seiten des Finanzdienstleisters, solle weiterhin „ein wichtiger Baustein für die physische Interaktion bleiben“. Aber: Auch das digitale Angebot - inklusive Video-Chats - werde ausgebaut.

Münchner Bank: Die Münchner Bank hat in den vergangenen fünf Jahren zehn kleinere Filialen zu größeren genossenschaftlichen Treffpunkten zusammengefasst. Die insgesamt 26 genossenschaftlichen Standorte sollen Mitgliedern auch künftig für Finanzgeschäfte sowie zum persönlichen Austausch und Netzwerken zur Verfügung stehen, berichtet eine Sprecherin. „Sollte ein Standort wenig frequentiert sein“, heißt es von Seiten der Bank, „werden wir mit unseren Mitgliedervertretern über Alternativen diskutieren…“

VR Bank: Während die meisten Finanzdienstleister ihr Filialnetz ausdünnen und stattdessen verstärkt auf Online-Angebote setzen, hat sich die VR Bank bewusst dazu entschlossen, in ihr bestehendes Netz zu investieren. „Unsere 20 Geschäftsstellen bestehen seit Jahren unverändert“, berichtet VR-Bank-Vorstand Robert Oberleitner. Schließungen -seien aktuell „-keine geplant“. Am Bahnhofsplatz in Haar solle 2023 sogar eine neue Niederlassung entstehen - genau wie im Landkreis Münsing.

Während der Corona-Pandemie müssen Gaststätten strenge Hygiene-Vorschriften eingehalten werden. In München kam es nun zu mehreren Verstößen der Regelungen. In München kam es vor dem Kiosk an der Reichenbachbrücke zu tumultartigen Szenen. Zeugen wählten den Notruf, die Polizei sucht jetzt nach Zeugen.

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