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Dafür gibt die Stadt Milliarden aus: Die Pläne für das kommende Jahr 

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Von: Klaus Vick

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Die U-Bahn-Baustelle an der Gotthardstraße.
Die U5 nach Pasing kostet insgesamt 900 Millionen Euro, die U9 wird noch viel teurer. © Marcus Schlaf

Schulen, Kitas, ÖPNV, Wohnungsbau – der Stadt stehen in den kommenden Jahren Milliarden-Investitionen ins Haus. Ein Überblick über die Großprojekte.

München - Es ist eine gigantische Zahl: Im Zeitraum von 2022 bis 2026 wird München rund 10,8 Milliarden Euro investieren, davon gut zwei Milliarden Euro im kommenden Jahr. Kämmerer Christoph Frey (SPD) warnte schon bei seiner vergangenen Haushaltsrede, so gut und sinnvoll die Investitionen für Münchens Zukunft und vor allem für die kommenden Generationen seien: Mittelfristig laufe die Stadt Gefahr, finanziell zu kippen.

An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert, wie aus der Kämmerei zu hören ist. Neue, über den bisherigen Plan hinausgehende Investitionen sollten jedenfalls auf ein absolut notwendiges Minimum begrenzt werden, bilanziert Frey in seiner aktuellen Beschlussvorlage für den Stadtrat. Ansonsten werde der Handlungs- und Gestaltungsspielraum der Stadt massiv eingeschränkt.

Großprojekte in München: Hier gibt die Stadt Milliarden aus

Viele der geplanten Projekte sind allerdings kommunale Pflichtaufgaben. So verschlingt der Bereich Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen fast vier Milliarden Euro im Investitionsprogramm bis 2026. Vor allem in den großen neuen Quartieren Freiham und auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne passiert viel. Die soziale Grundversorgung dieser Siedlungsvorhaben mit Schulen, Kindergärten und Krippen sei sichergestellt, heißt es von den zuständigen Referaten. Nach Angaben des Planungsreferats sollen bis 2026 in München mehr als 24.000 neue Wohnungen entstehen.

Neu gebaut wird zum Beispiel auch ein Schulcampus an der Eduard-Spranger-Straße im Hasenbergl (Kosten: 172 Millionen Euro). Am Schulstandort Weißenseestraße in Giesing werden für Erweiterung und Umbau 119 Millionen Euro ausgegeben, an der Helen-Keller-Realschule in Oberföhring 148 Millionen Euro.

Das zweitgrößte Finanzvolumen bei den Aufgabenschwerpunkten der Stadt München umfasst der Wohnungsbau mit 1,65 Milliarden Euro. Um Grundstücke und Gebäude zu erwerben, ist eine weitere Milliarde im Haushalt eingeplant.

München: Weitere Milliarden fließen in den ÖPNV

Der öffentliche Personennahverkehr schlägt im Zeitraum bis 2026 mit 1,2 Milliarden Euro zu Buche, wird aber langfristig noch viel mehr Kosten verursachen. Allein schon wegen des geplanten Baus der zentralen U-Bahnlinie 9. Vorerst sind hier „nur“ 662 Millionen Euro für das Vorhalte-Bauwerk am Hauptbahnhof vorgesehen. Die Verlängerung der U5 von Laim nach Pasing – sie befindet sich bereits im Bau – wird insgesamt 900 Millionen Euro kosten.

Millionenbeträge fließen auch in den Bau neuer Tramlinien und Radwege. Für Maßnahmen im Bereich des Klimaschutzes sind 590 Millionen Euro vorgesehen. Der Straßen- und Brückenbau schlägt mit 450 Millionen Euro zu Buche.

Geplante Sport- und Kulturprojekte in München

Auch für den Sport und die Kultur greift die Stadt in die Tasche. Von 2024 an stehen im Olympiapark die Sanierung des Stadions (Kosten: 156 Millionen Euro) und des Fernsehturms (54 Millionen Euro) an. Der Gasteig soll für 450 Millionen Euro saniert werden, wobei der Beginn dieser Baumaßnahme noch in den Sternen steht, weil erst einmal ein Investor gefunden werden muss. Vielfältig sind auch die sozialen Aufgaben der Stadt. Im kommenden Jahr steht etwa die Sanierung des Altenheims St. Martin in Giesing (110 Millionen Euro) oder der Bau einer Unterkunft für Wohnungslose an der Aubinger Allee (21 Millionen Euro) bevor.

Das Mega-Investitionsprogramm birgt nach Einschätzung des Kämmerers nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. So ließen die Verlautbarungen der Bundesregierung höhere Förderanteile in den Bereichen ÖPNV, Wohnen und Klimaschutz erwarten.

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