Campus Süd und Co.

Wegen dieser Areale gibt es Zoff in München

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Zoff um den Campus Süd: Die Bürger sind sauer wegen der Pläne.

München - Die Bürgerbeteiligung an Neubau-Projekten hat einen Streit entfacht. Der Siegerentwurf zum Campus Süd hat zu viele Stockwerke. Auch um ein anderes Areal gibt es Zoff.

Buhrufe von den Zuschauerrängen – das hat es im Münchner Rathaus lange nicht mehr gegeben. Dabei ging es um dringend benötigte Wohnungen in der Stadt! Aber auch um die Bürgerbeteiligung an den Neubau-Projekten. Und deswegen gibt es Streit!

Grund ist einmal der Campus Süd. Die CSU sieht den Bürgerwillen nicht genug berücksichtigt. Die Anwohner hatten sich in einer ausführlichen Beteiligung gegen Gebäude ausgesprochen, die höher sind als acht Stockwerke.

Der Siegerentwurf sieht aber auch sieben 13-geschossige Gebäude vor. Stadtrat Michael Kuffer (CSU): „Das ist eine Respektlosigkeit erster Güte!“ Er kritisierte die „Ellenbogenmentalität der Stadt“, die Pläne so umzusetzen.

Wenn Bürger ausdrücklich zur Dichte der Bebauung und zur Höhe der Gebäude befragt würden, ein klares Statement käme, und man am Ende das Gegenteil mache, dann könne man die Beteiligung auch bleiben lassen. „Das fördert die Verdrossenheit.“

Christian Amlong (SPD) warf Kuffer Polemik vor. „Ich finde es bedauerlich. Das ist eine bewusst falsche Darstellung von Tatsachen, die Ängste schüren soll.“ Nach Amlongs Auffassung werden sich diese erst auflösen, wenn das Gebiet bebaut ist. Denn: Keines der geplanten großen Gebäude sei so situiert, dass es den Nachbarn beeinträchtige. Dafür gab es Buhrufe!

Kuffer wolle den Eindruck erwecken, noch etwas versucht zu haben, so Amlong. Wohl wissend, dass es für den Plan eine Mehrheit gebe. „Ich bin maßlos enttäuscht von dem Vorgehen.“

Der Planungsausschuss hat dann doch mehrheitlich einige Änderungen beschlossen. So sollen sich Stadt, Planer und Bürger noch mal zusammensetzen und gemeinsam sehen, was noch verändert werden kann. Auch soll sichergestellt sein, dass der überwiegende Teil der Wohnungen zwischen 40 und 90 Quadratmeter groß sei.

Auch das Paulaner-Gelände sorgt für Streit - zu wenig geförderte Wohnungen

Streit gibt es auch um das Paulaner-Areal am Nockherberg. Linken-Stadträtin Brigitte Wolf sah auch dort den Bürgerwillen nicht ausreichend berücksichtigt. Denn: Die Bürger hätten sich noch mehr geförderte Wohnungen gewünscht, als im Entwurf vorgesehen. Wolf: „Wir müssen uns fragen, nehmen wir das wirklich ernst?“ Die Grünen sahen das ähnlich, stimmten gegen den Antrag!

Michael Mattar (FDP) entgegnete, die bayerische Hausbau als Bauherr sei gesetzlich nur verpflichtet, 22 Prozent der Wohnungen gefördert zu errichten. Und sie habe bereits freiwillig auf 30 Prozent aufgestockt. „Wir haben Regeln, und Sie fordern die Willkür!“

Unstrittig war der Bebauungsplan für das E.on-Gelände in Obersendling.

Unstrittig war dann noch der Bebauungsplan für das E.on-Gelände in Obersendling. Insgesamt hat der Ausschuss gestern 2600 neue Wohnungen auf den Weg gebracht. Kein Grund zum Buhen!

S. Karowski

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