Stadt macht Platz für Fahrräder

Vorfahrt für Radler auf 50 Straßen!

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Autos aufgepasst, hier kommen die Radler! In der Clemensstraße (Schwabing) gibt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle Zweirädern ab sofort Vorfahrt

München - Für Wilfried Blume-Beyerle ist es fast schon ein historischer Tag: Der Chef des Kreisverwaltungsreferats verordnet der Stadt neben den 22 bisherigen 25 neue Fahrradstraßen.

 Das bedeutet: Auf diesen ganz normalen Straßen haben nicht mehr die Autos Vorrang, sondern Radler – und zwar bis ins Herzen der Stadt!

„Damit wird München seinem Anspruch, Radlhauptstadt zu sein, wieder ein Stück mehr gerecht“, sagt Blume-Beyerle und gibt mit der Clemensstraße in Schwabing die längste Fahrradstraße der Stadt frei. 1,6 Kilometer zum Strampeln – und die Autos zuckeln hinterher.

Im Prinzip wird aus den Straßen ein Radweg: Zweiräder haben Vorrang, dürfen nebeneinander und in Gruppen fahren, Autos sind bei Tempo 30 nur noch geduldet. Rechts vor links gilt aber weiter – auch für Radler. Bislang gibt es schon 22 kleinere Fahrradstraßen, die kaum einer kennt – etwa die Hefner-Alteneck-Straße an der Isar.

Jetzt werden sie mehr als verdoppelt: 25 größere kommen dazu – neben der Clemensstraße etwa die Ehrengutstraße in der Isarvorstadt, die Preysingstraße in Haidhausen und das halbe Westend. Sie hat das KVR aus 50 Vorschlägen der Bezirksausschüsse ausgewählt. Bis zu den Sommerferien sollen sie für Radler freigegeben sein – mit entsprechenden Schildern und Zeichen auf dem Asphalt.

Weil die Fahrradstraßen kaum bekannt sind, bekommen alle Anwohner in den nächsten Wochen ein Faltblatt in den Briefkasten.

Auch hier gibt’s mehr Radl-Platz

München wächst – und damit auch der Verkehr. Um den Infarkt zu verhindern, will die Stadt Autofahrer zum Umsteigen bewegen. Weil aber auch Bus und U-Bahn an die Grenzen stoßen, liege die Zukunft beim Radeln, sagt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle. Das Ziel: Den Anteil des Radverkehrs von zuletzt 17 Prozent auf „20 plus X Prozent“ zu steigern. Die grüne OB-Kandidatin Sabine Nallinger verlangt sogar 25 Prozent. Darum arbeitet die Stadt nicht nur an Fahrradstraßen, um mehr Platz für Radler zu schaffen:

Von den 700 Einbahnstraßen in München sind bereits 295 für Radler in die Gegenrichtung freigegeben. Das Ziel ist die Hälfte aller Einbahnstraßen.

Von den rund 2.300 Kilometern Straße in der Stadt sind mittlerweile 750 Kilometer mit Radwegen ausgestattet.

Auch an immer mehr Radwegen hebt die Stadt die Benutzungspflicht auf: Drahtesel dürfen nun auch 58 Straßen trotz Radweg benutzen. Die Autos müssen Rücksicht nehmen.

Das sind die neuen Fahrradstraßen:

Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt

Ehrengutstraße (zwischen Thalkirchner Straße und Roecklplatz)

Maxvorstadt

Veterinärstraße (zwischen Königinstraße und Professor-Huber-Platz)

Professor-Huber-Platz

Schwabing-West

Clemensstraße (zwischen Schleißheimer und Leopoldstraße)

Au-Haidhausen

Preysingstraße (zwischen Stubenvoll- und Wolfgangstraße)

Wolfgangstraße

Sendling

Meindlstraße

Karwendelstraße (zwischen Albert-Roßhaupter-Straße und der Sackgasse)

Lindenschmitstraße (zwischen Meindl- und Plinganserstraße)

Schwanthalerhöhe

Gollierstraße (zwischen Bergmann- und Schießstättstraße)

Holzapfelstraße (zwischen Landsberger und Westendstraße)

Theresienhöhe (zw. Westend- und Schwanthalerstr.)

Westendstraße (zwischen Holzapfelstraße und Theresienhöhe)

Neuhausen-Nymphenburg

Hirschgartenallee

Winfriedstraße

Moosach

Am Kapuzinerhölzl (zwischen Franz-Mader- und Skagerrakstraße)

Gaggenaystraße (zwischen Karl-Lipp- und Gleißmüllerstraße)

Gleißmüllerstraße (zwischen Gaggenay- und Hugo-Tröndle-Straße)

Karl-Lipp-Straße (zwischen Bauberger und Gaggenaystraße)

Liegnitzer Straße (zw. Dresdner und Görlitzer Str.)

Templestraße

Waldhornstraße (zwischen Manzostraße und Perlgrasweg)

Welzenbachstraße (zwischen Hugo-Tröndle- und Templestraße)

Trudering-Riem

Friedenspromenade (zwischen Am Hochacker und Markgrafenstraße)

Pasing-Obermenzing

Marschnerstraße (zwischen Alte Allee und Robert-Stolz-Platz)

David Costanzo

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