Opfer seither in Psychiatrie

Hier spaziert ein Vergewaltiger in die Freiheit - Mädchen (15) missbraucht

+
Erste Zigarette nach neun Monaten U-Haft: Peter E. verließ das Gericht als freier Mann.

Es ist eine widerliche Tat. Das Leben eines Mädchens zerstört. Zu einer Aussage vor Gericht war die 15-Jährige nicht fähig. Das Urteil ist deswegen wohl besonders schwer zu verstehen.   

München - Die blaue Knasthose hatte Peter E. (Name geändert) noch an, als er Donnerstagmittag das Amtsgericht verließ – als freier Mann. Lächelnd steckte er sich mit Freunden eine Zigarette an. Dann fuhr er nach Hause.

„Sie haben das Leben dieses Mädchens zerstört“

Kaum zu glauben: Denn der Diakon ist ein Vergewaltiger. Am 1. Mai 2018 hat er ein Mädchen (15) auf einer Ministranten-Fahrt missbraucht. Neun Monate saß Peter E.. in U-Haft, gestern kam es zum Prozess – und der endete mit einer Bewährungsstrafe.

„Sie haben das Leben dieses Mädchens zerstört. Die Tat wird es ein Leben lang mit sich herumtragen“, sagte Richter Robert Grain. Schlimm: Emma (15, Name geändert) ist seither in der Psychiatrie untergebracht. 

„Die Vergewaltigung hat sie völlig aus der Bahn geworfen“, sagte Opfer-Anwältin Antje Brandes. Zu einer Aussage war Emma nicht fähig – deshalb versuchte es das Gericht mit einem Deal. Für ein Geständnis wurden E. maximal zwei Jahre und drei Monate Haft in Aussicht gestellt. Die Vorwürfe gab Peter E. über Verteidiger Roland Autenrieth anschließend zu und ergänzte unter Tränen: „Ich bereue diese Tat und bitte um Vergebung. Ich möchte mich entschuldigen für etwas, das nicht zu entschuldigen ist.“

Laut Anklage hatte er Emma in einem Park an die Brüste gegriffen. Als ein anderes Mädchen den Übergriff beobachtete, holte sie Hilfe. Doch dann lockte K. sein Opfer von der Gruppe weg, um ihr in die Hose zu greifen und mit dem Finger in sie einzudringen.

Diakon muss 10.000 Euro Schmerzensgeld zahlen

Eine widerliche Tat, für die der Diakon neun Monate in Untersuchungshaft saß. Doch im Prozess forderte selbst Staatsanwältin Melanie Rochner nur zwei Jahre auf Bewährung. Grund: Das Opfer werde durch den Deal geschützt.

Und: Peter E. muss 10.000 Euro Schmerzensgeld an die Familie zahlen. Er selbst verliere alles: sein Geld, sein Kirchenamt und sein Umfeld. Denn der Kontakt zur kroatisch-katholischen Gemeinde, die seit 1977 „wie seine Familie war“, bleibt ihm fortan untersagt. „Wenn Sie heute hier rausgehen, dann haben Sie nichts mehr“, sagte Rochner.

Darum musste der Richter den Vergewaltiger laufen lassen

Richter Grain folgte ihrem Antrag und ließ den Vergewaltiger zähnekirschend laufen. Er wusste: Ohne die Aussage von Emma wird es schwer, einen Schuldspruch zu erlangen. Also lieber Geständnis gegen Bewährung und Geldstrafe.

Amtsrichter Robert Grain sprach das Urteil.

Bitter für die Eltern. Sie hatten gefordert: „Eine solche Tat darf nicht ungestraft bleiben“ – und lehnten die Entschuldigung des Vergewaltigers ab, der als freier Mann das Gericht verließ. 

Andreas Thieme

Video: Männer sollen auf Campingplatz 23 Kinder missbraucht haben

Dieser Fall erschütterte München: Ein U-Bahnfahrer vergewaltigt 18-Jährige, die in der U-Bahn eingeschlafen war.

In Hamburg muss sich ein Mann aus Rostock zudem wegen zweifacher versuchter Tötung vor Gericht verantworten, wie nordbuzz.de* berichtet.

Seine Schuld ist erwiesen - einzig die Frage bleibt, ob er für immer hinter Gitter soll. Der Sexualstraftäter Mohamed B., der bereits drei Frauen vergewaltigt hat, hofft noch.

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Corona-Hammer: Münchner in Teilen Deutschlands plötzlich „unerwünscht“ - ein Bundesland geht besonders weit
Corona-Hammer: Münchner in Teilen Deutschlands plötzlich „unerwünscht“ - ein Bundesland geht besonders weit
Drogen-Skandal in München: Razzia bei mehreren Beamten - Polizei-Präsident über Ausmaße erschüttert
Drogen-Skandal in München: Razzia bei mehreren Beamten - Polizei-Präsident über Ausmaße erschüttert
Polizei-Einsatz in München läuft aus dem Ruder: Schuss aus Dienstwaffe fällt - Frau muss notoperiert werden
Polizei-Einsatz in München läuft aus dem Ruder: Schuss aus Dienstwaffe fällt - Frau muss notoperiert werden
Hilferuf wühlt Schwabing auf: Frau soll nach 64 Jahren aus Wohnung ausziehen - „Ich bin wütend!“
Hilferuf wühlt Schwabing auf: Frau soll nach 64 Jahren aus Wohnung ausziehen - „Ich bin wütend!“

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion