Dabei sind Parkplätze doch eh rar

„Die Leute denken, es sei okay“ - Riesen-Ärger um Autos wie dieses - Vorsicht vor rotem Punkt an Scheibe

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Dieses Auto stand Ende August in Feldafing.

Das Foto zeigt ein Auto, das Ende August für Ärger sorgte. Es ist bei weitem nicht das einzige dieser Art. Was der rote Punkt bedeutet, wissen viele nicht.

München - Abgemeldet und abgestellt: Tausende nicht zugelassene Autos blockieren Parkplätze in Bayerns Städten. Vor allem München und Nürnberg sind betroffen, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Allein in der Landeshauptstadt wurden laut Kreisverwaltungsreferat im vergangenen Jahr mehr als 5500 Fahrzeuge ohne Versicherungsschutz oder Kennzeichen registriert. „Es gibt eh schon so wenige Parkplätze und die abgemeldeten Fahrzeuge nehmen dann noch zusätzlich Platz weg“, hieß es dazu von der Münchner Polizei. Das sorge bei den Bürgern für Ärger.

Die Fahrzeuge werden den Angaben nach mit einem Aufkleber, dem roten Punkt, gekennzeichnet. Das ist im ganzen Freistaat üblich und soll zeigen, dass das Auto weg muss. In München hat der Besitzer dann einen Monat Zeit, um seinen Wagen zu entfernen. Die Maßnahme wirke aber nicht immer, hieß es.

Rund 1370 Autos in München mussten im vergangenen Jahr abgeschleppt werden und gegebenenfalls verschrottet. Die Kosten hierfür müsse der Halter des Fahrzeugs tragen - samt zusätzlicher Sondernutzungsgebühren und eines Bußgelds, so das Kreisverwaltungsreferat. Dies könne je nach Fall pro Auto 300 Euro betragen.

Abgemeldete Autos, zum größten Teil Dieselfahrzeuge, stehen auf dem Hof einer Autoverwertung.

Bayerns zweitgrößte Stadt Nürnberg registrierte im vergangenen Jahr rund 4500 Fahrzeuge ohne Zulassungsplakette oder Kennzeichen - Tendenz leicht steigend. Haltern droht laut Stadt ein Verwarnungsgeld von 30 Euro. „Je nachdem wie lange das Fahrzeug dann noch auf unserem Abstellplatz steht, fällt für jeden angefangenen Monat eine Standgebühr von 35,70 Euro an“, hieß es aus der Frankenmetropole. Abgeschleppt wird aber bereits einen Tag nach Anbringen des roten Punkts - außer der Besitzer kann noch ermittelt werden. Dann ist der Stadt zufolge noch eine Woche Zeit.

In Regensburg etwa droht dem Haltern eine Verwarnung oder eine Geldbuße von bis zu 1000 Euro, wie die Stadt erklärte. Eine Auto, das nach einem Monat nicht wegbewegt werde, gelte in Regensburg als Abfall. Deshalb drohe wegen unzulässiger Entsorgung noch zusätzlich eine Strafe von bis zu 50 000 Euro. Rund 300 Autowracks, Roller und Motorräder werden in Regensburg im Schnitt jährlich zu Unrecht auf öffentlichen Flächen abgestellt. Bis Juli dieses Jahres waren es laut Stadt bereits rund 230 Fahrzeuge.

Die Zahl der abgestellten Autos in Passau ist dagegen relativ gering: 2017 waren es 17, im Jahr davor 8. Den Haltern droht eine Strafe von bis zu 500 Euro. Auch in Bamberg, Würzburg und Augsburg bewegt sich die Zahl im zweistelligen Bereich.

Eine Gefahr seien die auf Dauer abgestellten Autos in der Regel nicht, sagte ein Sprecher der Münchner Polizei. In Einzelfällen könne mal eine Ölwanne durchrosten. „Wichtig ist aber vor allem, dass ein Verfolgungsdruck herrscht. Die Leute müssen abgeschreckt werden, dass sie nicht denken, das wäre okay so.“

Lesen Sie auch diesen Artikel von Ende August: Dieses Auto steht seit Wochen an der selben Stelle - Jetzt wird die Polizei aktiv

dpa

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