SPD-Initiative

Bedürftige Senioren sollen mit Laptop-Zuschüssen digital fit gemacht werden

Anne Hübner - Die SPD-Stadträtin bringt die Initiative auf den Weg.

Bedürftige Senioren in München sollen mit Laptop-Zuschüssen digital fit gemacht werden. Die SPD will diese Initiative jetzt im Stadtrat auf den Weg bringen.

Ein paar Knopfdrücke, und schon ist das Geld überwiesen. Doch genau da fängt für viele ältere Münchner das Problem an. Viele fühlen sich von der digitalen Welt überfordert und finden immer seltener Menschen, die ihnen helfen und sie beraten können. Die SPD im Stadtrat will deshalb eine Digitaloffensive für Senioren starten. Heute wird das Antragspaket auf den Weg gebracht.

Kostenfreie Schulungsangebote für Senioren gefordert

„Niemand darf digital abgehängt werden“, sagt SPD-Stadträtin Anne Hübner, die die Initiative gestartet hat. Gerade Senioren über 75 Jahren, aber auch jüngere hätten in vielen Bereichen Schwierigkeiten. Etwa bei der Sozialwohnungsvergabe, die ausschließlich online über die Plattform Sowon läuft. „Da muss man sich alle zwei Wochen rückmelden, viele haben aber keinen Internetzugang, und selbst wenn sie Zugriff haben, sind sie von dem System überfordert“, berichtet Hübner. Noch so ein Thema: Das Bankkonto. Bei der Stadtsparkasse sei das einzig kostenfreie das Online-Konto, das aber viele Ältere scheuen, weil sie sich nicht auskennen. „Wir fordern kostenfrei Schulungsangebote speziell für Senioren“, sagt Hübner. Die Wege zu den Filialen würden schließlich immer weiter. „Der Stadtsparkasse sollte daran gelegen sein, diesen Kundenkreis zu erhalten.“

Auch andere städtische Gesellschaften sollen in die Pflicht genommen werden. Etwa M-net. Hier wünscht sich die SPD einen preisgünstigen Senioren-Internetanschluss und den Service, dass etwa WLAN von Technikern des Unternehmens kostenfrei eingerichtet und erklärt wird. Auch von anderen Unternehmen erwartet die SPD seniorenspezifische Angebote, „damit niemand aufgrund seines Alters oder einer geringen Rente digital abgehängt wird“, heißt es in dem Antrag.

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Die Alten- und Servicezentren (ASZ) sollen außerdem regelmäßig Internetschulungen anbieten, in jedem ASZ sowie in Nachbarschaftstreffs soll es mindestens einen öffentlich zugänglichen PC mit Internetzugang geben, dazu kostenloses WLAN.

Senioren ohne Internetzugang haben handfeste Nachteile, sagt Hübner. Zum Beispiel beim Beantragen von Ausweisen. „Bei der Terminvergabe der Bürgerbüros gehen die, die online einen Termin vereinbart haben, nach zwei Minuten wieder raus – und Senioren ohne Internet müssen vier Stunden warten.“ Das sei nicht akzeptabel. Damit auch bedürftige ältere Münchner sich ein Tablet oder Laptop leisten können, fordert die SPD sogar einen einmaligen Zuschuss. „Den sollen alle, die weniger als 1350 Euro im Monat netto zur Verfügung haben, für die Anschaffung eines Tablets bekommen“, sagt Hübner. Der Betrag soll „den Großteil des Preises für so ein Gerät“ abdecken.

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