Anlässlich der Pride Week

Hier gibt es jetzt schwule und lesbische Ampelpärchen in München

München - Anlässlich der Pride Week hat die Stadt München an einigen Ampelschaltungen schwule, lesbische und heterosexuelle Ampelpärchen angebracht. Ziel der Aktion ist, das Thema gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu enttabuisieren.

Ampeln sind mehr als eine Empfehlung. Und das, was sie in der jeweiligen Straßensituation anzeigen, sollte man befolgen, sonst knallt es. Und in München gilt dieses Gebot derzeit vielleicht umso mehr. Denn seit kurzem zeigen einige Ampelschaltungen vor allem eines, nämlich Toleranz: Während der Pride Week und insbesondere zum Christopher Street Day (CSD) am Samstag, 11. Juli, lotsen an 56 Stellen in der Innenstadt schwule und lesbische Ampelpärchen Fußgänger über die Straße. Auf den Ampeln sind sowohl homo- als auch heterosexuelle Paare zu sehen. Die die Aktion zum Fest der Schwulen- und Lesbenszene geht auf eine Initiative der Grünen im Münchner Stadtrat zurück. Der Kreisverwaltungsausschuss hatte sie im Mai gegen die Stimmen der CSU-Fraktion beschlossen.

Laut der Stadt München sei das Ziel der Aktion, durch visuelle Unterstützung im Straßenverkehr auf das Thema gleichgeschlechtliche Partnerschaften aufmerksam zu machen und es zu enttabuisieren. „Die Ampeln zeigen schwule, lesbische und Hetero-Paare - völlig gleichberechtigt nebeneinander und für jeden verständlich, unabhängig von individuellen Deutschkenntnissen. Sie sind im öffentlichen Raum, Teil des täglichen Stadtlebens und transportieren so auf sehr humorvolle Art das Thema Gleichstellung von Lebensweisen in die Mitte der Gesellschaft. Sie machen es in der Stadtbevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar", so Grünen-Stadträtin Lydia Dietrich.

Die verschiedenen Lichterzeichen an den umgerüsteten Ampeln.

Geplant ist, dass die Ampeln zum Ende der Pride Week am 12. Juli wieder auf die Single-Ampelmännchen umgestellt werden. Schließlich sind die speziellen Scheiben an den Ampeln leicht abnehmbar. 10 000 Euro lässt sich die Stadt München die Aktion kosten. Auch vor diesem Hintergrund diskutiert man nun im Stadtrat, ob die CSD-Ampeln auch nach der Pride Week bestehen bleiben. Die Fraktionen der Grünen und Rosa Liste haben jedenfalls beantragt, die Toleranz-Leuchtscheiben dauerhaft den Straßenverkehr regeln zu lassen.

München lässt sich bei dieser Aktion von der Stadt Wien inspirieren. Dort lenkten bereits in der Vergangenheit händchenhaltende oder eng umschlungene Ampelpärchen - schwul, lesbisch oder hetero - an vielen Ampeln die Fußgängerströme. Die österreichische Hauptstadt warb damit zum Eurovision Song Contest (ESC) und zum Life Ball zugunsten HIV-positiver Menschen für mehr Toleranz. Die Pärchen begeisterten auch in anderen Städten. In Hamburg etwa gibt es Medienberichten zufolge Pläne für Liebespaare statt Singles als Wegweiser durch den Großstadtverkehr.

Hier finden Sie die umgerüsteten Ampeln in München

Wer sich die umgerüsteten Ampeln in München einmal selbst ansehen möchte, findet sie hier: Blumenstr./Ecke Pestalozzistr., Müllerstr./Ecke Pestalozzistr., Fraunhoferstr./Ecke Müllerstr., Corneliusstr./Ecke Müllerstr., Reichenbachplatz und Frauenstr./Ecke Reichenbachstr.. Bei den teilnehmenden Kreuzungen ist es so, dass ein Ampelpärchen von einem heterosexuellen Paar dargestellt wird, bei allen weiteren Querungen zeigt das rote Licht ein lesbisches, das grüne Zeichen ein schwules Paar.

rat/dpa

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