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Heizung defekt: Münchner Familien bibbern in ihren Wohnungen - „Viele inzwischen sehr desillusioniert“

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Von: Claudia Schuri

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Mit warmer Kleidung und Wärmflaschen hielt sich die 63-Jährige seit Tagen warm
Mit warmer Kleidung und Wärmflaschen hielt sich die 63-Jährige Silvia R. seit Tagen warm. © Oliver Bodmer

In der Berliner Straße in München bibberten dutzende Familien tagelang in ihren Dawonia-Wohnungen, bevor sie am Dienstagabend die erleichternde Nachricht erhielten.

München - Jacke, Mütze, Schal, dazu Wärmflasche und eine Tasse Tee – so saß Silvia R. die letzten Tage in ihrer Wohnung in Schwabing*. Denn seit Mittwoch (5. Januar) funktionierte dort die Heizung nicht mehr. Nur noch 11,5 Grad zeigte das Thermometer an. „Es ist eiskalt“, sagt sie. „Da wird man ja auch leicht krank.“

Die 63-Jährige war nicht die Einzige mit diesem Problem … Wie sie berichtet, waren mehrere Mehrfamilienhäuser des Immobilienunternehmens Dawonia in der Berliner Straße davon betroffen. Dutzende Familien bibberten dort in ihren Wohnungen*. „Bei uns wohnen auch viele Kinder und Senioren“, so Silvia R. „Für sie ist es besonders schwierig.“

München: Dutzende Familien tagelang ohne Heizung - Dawonia-Mieter verärgert

Eine weitere Betroffene war Corinna L. „Besonders kalt ist es in der Nacht“*, sagt sie. „Die Fenster sind auch nicht ganz dicht.“ Auch Mieterin Inge W. ist verärgert. „Gemeldet hat sich bei mir wegen der Heizung niemand“, kritisiert sie. Sie hatte sich inzwischen selbst einen Heizlüfter gekauft.

In der Berliner Straße lief bei mehreren Häusern die Heizung nicht
In der Berliner Straße lief bei mehreren Häusern die Heizung nicht. © Oliver Bodmer

„Die Heizung ist in den letzten Jahren schon öfter ausgefallen“, berichtet Silvia R.. Vor ein paar Jahren habe es zwar eine komplette Sanierung gegeben. „Aber das hat nichts geändert. Viele Mieter sind inzwischen schon sehr desillusioniert.“

Münchner Familien von Heizungsausfall kalt erwischt: Reparatur verzögert sich

Noch am Dienstagnachmittag (11. Januar) sah es so aus, als müssten sie alle weiter frieren. Zunächst sei eine kurzfristige Reparatur der Heizung versprochen worden, erklärt Silvia R.. Doch immer wieder seien die Mieter vertröstet worden. Dann habe sie schließlich zunächst eine weitere Hiobsbotschaft bekommen: „Mir wurde gesagt, dass wir noch länger ausharren müssen“, berichtet sie. „Es muss erst ein Teil bestellt werden, damit die Heizung repariert werden kann.“

11,5 Grad zeigt das Thermometer.
11,5 Grad zeigt das Thermometer. Auf Dauer „eine Gefahr für die Gesundheit“, erklärt der Mieterverein München. © Oliver Bodmer

Dabei müsse bei Temperaturen von 11 Grad in der Wohnung tatsächlich „von einer Gefahr für die Gesundheit ausgegangen werden“, wie der Mieterverein München erklärt. „Eine sehr hohe Mietminderung ist realistisch“, sagt der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit Volker Rastätter.

München: Heizung in Dawonia-Häusern läuft wieder - „konnte es gar nicht glauben“

Am frühen Abend gab es dann aber doch noch eine freudige Überraschung: Silvia R. ging ins Bad – und bemerkte, dass es dort wieder wärmer wird. „Ich konnte es zuerst gar nicht glauben“, erzählt sie.

Auch Dawonia teilte auf tz-Nachfrage mit: „Die Heizung funktioniert wieder.“ Es sei nicht leicht gewesen, die Dienstleistungen und Ersatzteile so schnell zu erhalten. Die Mieter freuen sich jetzt, die Winterkleidung endlich wieder ausziehen* zu können: „Alle im Haus werden jetzt sicher erst einmal richtig durchheizen“, sagt Silvia R. (cla) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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