Trauer um Ernst Augustin

Berühmter Münchner Autor ist tot - er litt sehr an den Folgen einer missglückten Hirn-OP

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Ernst Augustin ist gestorben.

Trauer um Ernst Augustin aus München: Der bedeutende Schriftsteller starb am Sonntag. Die Folgen einer Hirn-OP behinderten sein Leben.

  • Der Münchner Autor Ernst Augustin starb am 3. November 2019. Das teilte der Verlag C.H. Beck mit. 
  • Der Schriftsteller soll sehr unter den Folgen einer Operation am Gehirn gelitten haben. 
  • Trotz zahlreicher Preise für seine Werke galt er unter Kennern als „ewiger Geheimtipp“. 

München - Ernst Augustin ist tot. Der Schriftsteller starb am 3. November, wenige Tage nach seinem 92. Geburtstag, in München, wie der Verlag C.H. Beck am Montag mitteilte. Er würdigte ihn als „einen der großen Schriftsteller deutscher Sprache“. Augustin war Mitglied der Gruppe 47, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.

Ernst Augustin ist tot: Er arbeitete als Mediziner in der DDR und Afghanistan

Sein literarisches Schaffen war untrennbar verbunden mit seiner Arbeit als Mediziner und Psychiater. Sein zentrales Thema: Was ist das Ich? Augustin wurde 1927 als Sohn eines Lehrers in Hirschberg im Riesengebirge geboren und wuchs in Schwerin auf.

Autor und Arzt - Ernst Augustin hatte großes Pech bei einer Hirnoperation

In Ost-Berlin studierte er Medizin und arbeitete als Assistenzarzt für Neurologie und Psychiatrie, ehe er in den Westen floh. 1958 bis 1961 leitete er ein Krankenhaus in Afghanistan.

Ernst Augustin lebte mit seiner Ehefrau Inge Augustin, einer Malerin, in der bayerischen Landeshauptstadt. Einen Schicksalsschlag musste er im Jahr 2009 überstehen: Bei einer Hirnoperation, ihm sollte ein gutartiger Tumor entfernt werden, wurde sein Sehnerv durchtrennt. Augustin war seitdem nahezu erblindet. 

„Als ich aufwachte, war ewige Mitternacht“, erzählte er in einem SZ-Magazin-Interview. Er sah nach der Operation nur noch Schemen und Schatten. Er litt auch unter anderen Spätfolgen der OP: „Das Schlimmste ist aber, dass die mir meine Hypophyse zerstört haben. Seither arbeitet meine Schilddrüse nicht mehr. Das schafft eine unendliche Schwäche, ein Vernichtungsgefühl. Wenn das nicht wäre, könnte ich trotz meiner Gehirnblindheit ganz gut leben. Aber so macht es keinen Spaß“, beklagte er im Interview.

Ernst Augustin wurde mit Preisen überhäuft - aber blieb ewig „Geheimtipp“

Für seine Werke hat er zahlreiche Auszeichnungen bekommen: beispielsweise den Mörike-Preis (2009), den Ernst-Hoferichter-Preis (2008) und den Literaturpreis der Landeshauptstadt München (1999). Sein Roman „Robinsons blaues Haus“ stand 2012 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

Trotz der vielen Preise galt er als „ewiger Geheimtipp“, wie er sich selbst bezeichnete. Den ganz großen Durchbruch schaffte Augustin nie.  

mag mit dpa

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