Brutaler Psychoterror

Sie stalkte die neue Frau ihres Ex-Mannes

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Uneinsichtig: Stalkerin Brigitte P.

München - Brigitte P. (52) machte einer Anderen das Leben zur Hölle - und fühlt sich dabei im Recht. Eine harte Nuss für Richter Lorenz Leitmeier, die angeklagte Stalkerin vom Unrecht zu überzeugen.

Brigitte P. ist verbittert: Ihr Mann Günter (50) hat sie Ende 2008 verlassen. Der Ingenieur zog zu Beate S. (48, Name geändert), einer Arbeitskollegin beim Europäischen Patentamt. Im Zeugenstand schildert er seine Ex-Frau als impulsiv: „Da sind meine Sachen auf die Straße geflogen, deshalb habe ich öfter im Hotel übernachtet.“ Er zeigt Narben: „Sie hat mich körperlich angegriffen.“

Die Verlassene bekam spitz, bei wem sich ihr Ex aufhielt. Sie startete einen unglaublichen Terror: Bis zu 180 Telefonanrufe täglich erhielt Beate S. „Die meisten waren Schweigeanrufe“, so das Opfer. Brigitte P. wurde mit einer Fangschaltung entlarvt!

Die Betrogene schickte auch unzählige E-Mails mit Beleidigungen. Das Opfer: „Sie hat mir ein Paket mit Pferdedreck geschickt.“ Das Schlimmste: Vom frühen Morgen bis in die Nacht stand Brigitte P. vor der Wohnung des Paares. Gerichtliche Kontaktverbote ignorierte sie. Selbst als das Paar von Bogenhausen nach Obermenzing umzog, stand die Stalkerin bald wieder da. Opferanwalt Thomas Etzel: „Die Taten führten zu einer schweren psychischen Beeinträchtigung meiner Mandantin.“

Wegen Nachstellung und Beleidigung verdonnerte Richter Leitmeier die Angeklagte zu zehn Monaten Haft auf Bewährung: „Das war Psychoterror!“ Außerdem muss Brigitte P. ihrem Opfer 2000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Eberhard Unfried

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