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München und das Wohnungsdesaster: Die besten Tipps auf dem Weg in eine Genossenschaft

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Von: Nadja Hoffmann

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Heiß begehrt im teuren München: Genossenschaftswohnungen wie die in der Bruderhofstraße
Heiß begehrt im teuren München: Genossenschaftswohnungen wie die in der Bruderhofstraße. © Jens Hartmann

Angesichts astronomischer Mieten sind sie in München eine echte Alternative: Wohnungen von Genossenschaften. Die älteste ihrer Art feiert heuer 150-jähriges Jubiläum.

München - „Das ist mehr als ein Lottogewinn. Einfach nur schön“: Iris F. weiß um ihr Glück, und sie ist dankbar dafür. Das ist in jedem Satz zu hören, mit dem sie über ihre besondere Wohnsituation spricht. Sie muss nicht fürchten, dass ihre Miete in astronomische Höhen steigt oder sie wegen einer Eigenbedarfs-Forderung plötzlich auf der Straße steht.

Die 53-Jährige kann ganz entspannt sein, weil sie in der Bruderhofstraße in Thalkirchen in einer Genossenschaftswohnung lebt. Seit sie auf der Welt ist. Und nicht nur sie, sondern ihre ganze Familie. Sie alle sind Mitglied in der Wohnbaugenossenschaft von 1871, die älteste ihrer Art in München und sogar in ganz Deutschland. Heuer feiert die Organisation ihr 150-jähriges Bestehen.   

Münchner Wohnkosten: Durchschnittsmieten von 9,21 Euro pro Quadratmeter

Angesichts der schwierigen Lage auf dem Münchner Wohnungsmarkt mit Mieten von bis zu 20 Euro pro Quadratmeter , gibt es sehr viele Menschen, die gern in so einer Vereinigung leben möchten. Denn: Bei 1871 werden absolut faire Preise verlangt. „Aktuell liegt die Durchschnittsmiete bei sechs Euro“, erklärt Franz. Münchenweit sind es, wie es vom Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) heißt, bei den Genossenschaften 9,21 Euro. Entsprechend groß ist, wie VdW-Chef Hans Maier erklärt, das Nachfrage-Aufkommen. „Die meisten Genossenschaften haben mittlerweile ihre Warteliste geschlossen, weil das nicht mehr zu bewältigen ist.“   

Genossenschaften in München: Hier gibt es noch freie Plätze

Auch wenn der Ansturm enorm ist, gibt es Wege. Der VdW rät einerseits zu Geduld und andererseits dazu, immer am Ball bleiben. Heißt: Wer sich regelmäßig bei den Genossenschaften informiert, bekommt mit, wenn eine Anmeldung wieder möglich ist. Der Blick auf die Homepage schadet im Zweifelsfall nie. Auch wenn die Lage auf dem Wohnungsmarkt nicht besser wird, gibt es aktuell Genossenschaften, die Mitglieder aufnehmen. Und sogar freie Wohnungen im Angebot haben.

Dazu gehört die Progeno (www.progeno.de), die Wohnraum im Prinz-Eugen-Park und Freiham geschaffen hat und anbietet. Ebenfalls in Freiham läuft aktuell ein Großprojekt der Genossenschaft Wagnis (www.wagnis.org), die ebenfalls neue Mitglieder aufnimmt. Freie Wohnungen und damit Mitgliedschaften kann auch die Baugenossenschaft München-West des Eisenbahnpersonals (www.ebg-muenchen-west.de) anbieten. Auf der Homepage gibt es weitere Informationen zu beidem.. Ein Blick lohnt sich auch auf die Genossenschaft Das große kleine Haus, die erst 2018 gegründet wurde und mit neuen Konzepten an den Start geht: www.dasgrosse kleinehaus.de.

Offen für neue Mitglieder ist auch die BuG Bauen und Gemeinschaft (www.bug-eg.de), die es erst seit drei Jahren gibt.

Wer beitreten will, muss Anteile erwerben

Grundsätzlich gilt: Wer einer Genossenschaft beitreten will, muss Pflichtanteile erwerben. Oftmals zwei im Wert von 1000 Euro. Einige Organisationen verlangen zudem ein Eintrittsgeld, das um 200 Euro liegt. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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