Sechsstellige Beträge stehen im Raum

Zwei Bier-Prozesse: Spaten-Chef will Posten zurück - Giesinger Bräu geht gegen Allianz vor

Steffen Marx sitzt mit verschränkten Armen hinter einem Tisch und schaut in die Kamera
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Fordert Geld von der Versicherung: Steffen Marx, Chef von Giesinger Bräu, tritt vor dem Landgericht als Kläger auf.

Gleich zwei Bier-Prozesse sind in München eröffnet worden. Mittendrin: Die Brauerein Spaten und Giesinger, aber auch die Allianz.

München - Da schäumt Justitia! Am Dienstag ging es vor Gericht in München* gleich zweimal um das Thema Bier: Vor dem Arbeitsgericht in der Winzererstraße wehrt sich Bernhard Klier (55) gegen seine Kündigung. Der Spaten-Chef wurde Ende Juli überraschend gefeuert - eine Abfindung im hohen sechsstelligen Bereich lehnte er aber ab und will lieber durchsetzen, dass er auf seinen Geschäftsführerposten zurück darf.

Auch am Justizpalast, beim zweiten Bier-Prozess, geht es um große Summen: 212.000 Euro fordert Giesinger Bräu von der Allianz - Folgen des ersten Lockdowns, gegen die sich die Brauerei absichern wollte. Doch wie in vielen anderen Fällen weigert sich die Versicherung zu zahlen. 30 Tage Ausfall á 8750 Euro täglich hatte die Police ursprünglich abgedeckt.

Klagt gegen seine Kündigung: Bernhard Klier (55) will seinen alten Posten in der Spaten-Brauerei zurück.

Bier-Prozesse vor Gericht: Allianz wohl gegen Giesinger Bräu im Vorteil

In beiden Fällen lief es am Dienstag noch nicht flüssig: Eine Einigung ist nicht in Sicht. Giesinger-Chef Steffen Marx (43) zischte: „Wir haben etwa 1000 Euro pro Jahr an die Allianz bezahlt - extra, um uns gegen eine Betriebsschließung abzusichern.“ Doch Richterin Suckow stießen vor allem die Versicherungsbedingungen bitter auf: „Corona* ist dort nicht gelistet“, so ihre vorläufige Rechtsauffassung. Vorteil Allianz.

Doch andere Kammern am Landgericht hatten in ähnlichen Fällen zugunsten der Kläger entschieden, etwa beim Augustinerkeller, der rund eine Million Euro zugesprochen bekam. In diesem Fall hatte das Gericht die Versicherungsbedingungen sogar kritisiert.

Kritik auch an Bernhard Klier: Eine Mitarbeiterin hatte den Spaten-Boss über einen anonymen Firmenkanal angeschwärzt, es folgte die außerordentliche Kündigung - nach 40 Jahren bei Spaten. Laut seinem Anwalt Christoph Albrecht hat die Sache einen schalen Beigeschmack: So habe der Betriebsrat der Kündigung nicht zugestimmt. Im Raum stehe ein Konflikt um fehlende Distanz, „aber kein sexueller Missbrauch.“ (thi) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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