Bildband zeigt Aufnahmen ab 1850

Hier gibt es die ältesten Fotos von München zu sehen

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Das Cover des Bildbandes "München im 19. Jahrhundert - frühe Photographien 1850 bis 1914".
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Ost- und Südostseite des Marienplatzes nach der Umgestaltung des Alten Rathauses. Aufnahme aus dem Jahr 1865.
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Fronleichnamsprozession auf dem Marienplatz, 1901. Im Hintergrund die Baustelle für den dritten Bauabschnitt des Neuen Rathauses.
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1858: Blick über die Heilig-Geist-Kirche durch das Tal zum Isartorplatz und nach Osten nach Haidhausen mit der alten Haidhauser Kirche und der im Bau befindlichen neuen Sankt-Johann-Baptist Pfarrkirche. Ausschnitt aus dem Böttger-Panorama von 1858.
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Blick von der Baustelle des Ruffinihauses am Anfang der Sendlinger Straße durch die Rosenstraße zum Marienplatz, im Hintergrund das Baugerüst für den Turm des Neuen Rathauses, Aufnahme aus dem Jahr 1903. Das Ruffinihaus wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und bis Mitte der 50er Jahre wieder aufgebaut.
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Blick über die Grünanlage am Promenadeplatz mit den Denkmälern für den Rechtsgelehrten Wiguläus Kreittmayr, den Komponoisten Orlando di Lasso und den Kurfürsten Max Emanuel (von rechts). Im Hintergrund rechts das Hotel Bayerischer Hof. Das di-Lasso-Denkmal wird seit 2009 auch als Denkmal für den verstorbenen Popstar Michael Jackson genutzt.
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Trauerzug für König Ludwig II. am 19. Juni 1886. Ankunft des Leichenwagens vor der Sankt-Michaels-Kirche in der Neuhauser Straße. Dort ist der Sarkopharg bis heute in der königlichen Gruft aufgebahrt. Im Hintergrund sieht man die anteilnehmende Münchner Bevölkerung, die allerdings nicht sehr nahe kommen durfte.
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Zwischen den Aufnahmen dieses und des nächsten Bildes liegen 18 Jahre: Dieses Bild wurde 1895 am Stachus aufgenommen. Zu sehen das alte Rondell mit dem Kiosk im Vordergrund. Schon damals herrschte auf dem Karlsplatz geschäftiges Treiben, was sich bis heute nicht geändert hat.

München - Wie sah München eigentlich Mitte des 19. Jahrhunderts aus? Ein beeindruckender Bildband gibt jetzt Aufschluss über das Stadtbild vor 150 Jahren. Wir haben einige Bilder für Sie zusammengestellt.

Die weltweit erste erfolgreich aufgenommene und heute noch erhaltene Photographie hat mit München nicht viel zu tun. Der "Blick aus dem Arbeitszimmer von Le Gras", das nachweislich im Jahre 1826 aufgenommen wurde, entstand im französischen Burgund. Bis die frühe Photographie sich in München etablierte, dauerte es noch einige Jahre, erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts machten sich die ersten Photographen auf, ihre Stadt in Bildern aufzunehmen und zu porträtieren.

Einer dieser Pioniere war Georg Böttger, der seinen ersten photographischen Meilenstein im Jahr 1858 setzte: Er photographierte München vom Turm des Alten Peters aus und erstellte das erste 360-Grad-Panorama der Stadt. Mit einer Erinnerung an dieses Panorama beginnt der im Schirmer/Mosel-Verlag erschienene Bildband "München im 19. Jahrhundert - frühe Photographien zwischen 1850 und 1914." Elisabeth Angermair, Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Stadtarchiv München, besorgte die Bildauswahl, Stadtarchiv-Leiter Michael Stephan schrieb die Einleitung zu diesem imposanten Bildband, der insgesamt 278 Aufnahmen aus München enthält.

Georg Böttgers München-Panorama ist heute im Münchner Stadtmuseum ausgestellt, im Bildband dient das Panorama als Ausgangspunkt für fast 300 weitere Aufnahmen aus München, die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges photographiert wurden.

Beeindruckende Motive wie der Marienplatz, zwar bereits mit der Mariensäule (Einweihung weit vor den Zeiten der Photographie im Jahr 1638) aber noch ohne das Neue Rathaus, das alte Sendlinger Tor, der Stachus mit den alten Rondellbauten, noch bevor sie von Gabriel von Seidl umgebaut wurden und etliche weitere zeitgeschichtlich wertvolle Dokumente werden in diesem Bildband gezeigt.

Das Aufnahmedatum der Photographien ab 1850 geht einher mit Münchens Durchbruch zur Großstadt - im Jahr 1852 knackte die künftige Weltstadt mit Herz die 100.000-Einwohner-Grenze. 50 Jahre später hatte München sich in seiner Bewohnerzahl bereits verfünfacht. "Die Photographie erwies sich als das ideale Medium, Veränderungen im Stadtbild zu dokumentieren und gleichzeitig zum Chronisten des gesellschaftlichen Wandels zu werden", heißt es im Vorwort des Buches.

Trotz der teilweise eineinhalb Jahrhunderte alten Bilder haben sich die wesentlichen Grundzüge der Stadt wenig verändert - zumindest bis heute. Was die nahe und ferne Zukunft in München architektonisch bringen wird, steht freilich in den Sternen ...

Wir haben in unserer Fotostrecke oben einige Bilder aus dem Buch zusammengestellt. Wer gerne zurückblickt und längst vergangene Zeiten Revue passieren lässt, darf sich einen Blick auf die Bilder nicht entgehen lassen!

München im 19. Jahrhundert

Frühe Photographien 1850-1914 von Elisabeth Angermair

Verlag: Schirmer/Mosel

49,80 Euro

 

wi

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