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Münchner Brauereien arbeiten an Notfallpläne für „Super-Gau“ - Ohne Gas, kein Bier

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Von: Nadja Pohr

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Ein Bierglas der Brauerei Hofbräu München
Die Brauereien in München wappnen sich für den „Super-Gau“: Ein Gas-Stopp würde auch bedeuten, dass kein Bier mehr produziert werden könne. © IMAGO/Stefan Prager

Viele Brauereien in München nutzen Gas als Energiequelle zum Bierbrauen. Angesichts drohender Gas-Knappheit arbeiten sie bereits an Notfallplänen und Einsparungen.

München - Die Bierpreise sind in diesem Jahr bereits saftig gestiegen. „Hopfen, Malz, Kronkorken, Dosen, Paletten und sogar das Papier für die Etiketten – überall haben wir extreme Preissteigerungen“, alarmierte Walter König, Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, bereits im Frühjahr. Die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine sind Ursache für die hohen Preise des Gerstensafts. Auch die Bierpreise auf dem Oktoberfest blieben deshalb von einer Erhöhung nicht verschont.

Angesichts der drohenden Gas-Knappheit rollt das nächste Problem auf die Bierproduzenten in München zu. Die Energiequelle zum Bierbrauen ist bei vielen Brauereien Gas - was bekanntlich zurzeit nur gering verfügbar ist. Einige Münchner Brauereien arbeiten deshalb bereits an Notfallplänen, sollte das Gas einmal zuneige gehen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

„Super-Gau“: Gas-Stopp wäre katastrophal für Münchner Brauereien

Die Bierproduzenten in München wappnen sich für den „Super-Gau“: Ein Gas-Stopp würde auch bedeuten, dass kein Bier mehr produziert werden könne. „Das wäre natürlich katastrophal für unser Unternehmen und unsere Konsumenten“, sagt Steffen Marx, Gründer von Giesinger Bräu. Viele prüfen deshalb, wie man im Notfall von Gas auf Öl umsteigen könne, wie die Unternehmen Giesinger Bräu und Hofbräu München. Der internationale Braukonzern Anheuser-Busch InBev (Spaten, Franziskaner und Löwenbräu) will hingegen die Umstellung auf erneuerbare Energien vorantreiben, wie sie gegenüber der SZ äußerten.

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Das größte Problem für die Brauereien könnte jedoch nicht das Bier, sondern die Flaschen werden. Denn: Die Glashütten werden mit Gas betrieben und ein Ausfall könnte die Anlagen zerstören, wie Georg Schneider, Chef der Brauerei Schneider Weiss im Spiegel warnte. „Wenn es hart auf hart kommt, könnten wir nicht mehr alle Biersorten produzieren und müssten uns wohl auch auf regionale Kunden oder den Großhandel konzentrieren“, warnte Schneider zudem.

Münchner Brauereien werden erneute Erhöhung der Bierpreise prüfen

Die Energiekrise sowie die gestiegenen Preise für Personal, Glas, Malz und Hopfen plagen die Münchner Brauereien zunehmend. Spürbar könnte das für Verbraucher letztlich wieder beim Bierpreis werden. „Sobald wir die Situation der zukünftigen Rohstoffkosten kennen, werden wir eine erneute Kalkulation der Bierpreise vornehmen“, teilt Hofbräu München mit. Auch Steffen Marx von Giesinger Bräu gibt an, dass man Ende des Jahres „wahrscheinlich im gemäßigten Maße nachziehen“ müsse.

Dass Not auch erfinderisch machen kann, hat Marx schon einmal bewiesen: Im Giesinger Bräustüberl wurde von Anfang Juli bis 17. Juli als Zahlungsmittel auch ein Liter Öl akzeptiert. Der Grund: Der Gaststätte ging das Bratöl aus - Bier ist jedoch reichlich vorhanden. Kurzerhand wurde ein Aufruf über die Sozialen Medien gestartet. Die Aktion mit dem kuriosen Zahlungsmittel kam bei den Gästen gut an, sie fanden es lustig, dass sie ihr Bier mit Öl bezahlen konnten, teilte ein Sprecher von Giesinger Bräu mit. (nap)

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