Entscheidung am Bundesgerichtshof

Zu alt für Münchner Festival: Mann startet Diskriminierungsklage - und scheitert vor BGH

Nils Kratzer
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Nils Kratzer wurde der Zugang zu einem Open-Air-Musikevent in München verwehrt, weil er zu alt aussah.

Ein Mann wurde in München wegen seines Alters nicht auf eine Open-Air-Party gelassen. Seine Klage wegen Diskriminierung schlug nun vor Gericht fehl.

Karlsruhe/München - Mit seinen damals 44-Jahren hatte sich Nils Kratzer in München jung genug gefühlt, um nochmal richtig einen draufzumachen - doch er scheiterte an den Kontrolleuren. Im Sommer 2017 verwiesen diese ihn von einem Musikevent, wegen seines Alters. Das wollte der Herr nicht auf sich sitzen lassen und klagte gegen den Partyveranstalter. Laut dpa forderte er im Februar vor dem Bundesgerichtshof (BGH) 1000 Euro Entschädigung von dem Veranstalter - wegen Diskriminierung.

Zuvor hatte er den Fall bereits im Oktober 2018 dem Münchener Amtsgericht und im März 2020 dem Landgericht München I vorgetragen. Nachdem Kratzer bei beiden gescheitert war, ging er in Revision vor das BGH in Karlsruhe. Doch auch dort entschied das Gericht nun, dass in diesem Fall keinerlei Diskriminierung vorlag.

Alter spielt laut BGH bei „Party-Event-Veranstaltungen“ eine Rolle

Als Grund dafür nannte das Gericht, dass die Veranstaltung in München keine Massenveranstaltung oder Vergleichbares im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes sei. Es handelte sich dabei nicht um ein Event für allgemeines Publikum, sondern sei speziell für Personen im Alter von 18 bis 28 Jahren „in Partykleidung“ gedacht gewesen.

Das Verbot wegen seines Alters sei bei dieser Münchener Musikveranstaltung also nicht als diskriminierend zu verstehen. Diskriminierung hätte vorgelegen, wenn er aufgrund der Aspekte „Rasse“ und „ethnische Herkunft“, wegen derer generell niemand diskriminiert werden dürfe, des Festivals verwiesen worden wäre, so der vorsitzende Richter.

BGH: Partyveranstalter vergleicht Open-Air-Event mit Ü30-Party

Der Kläger hatte vor dem Urteil auf das Gedankenspiel verwiesen, dass ein potenzieller Gast wegen dunkler Hautfarbe nicht auf ein Event dürfe und das Gericht würde den Diskriminierungsschutz verneinen. Anders als im öffentlichen Nahverkehr, bei größeren Konzerten, Kinovorführungen, Theater- oder Sportveranstaltungen, die für jedermann gedacht sind, spiele das Alter bei „Party-Event-Veranstaltungen“ schon eine Rolle, lautete die Urteilsbegründung des Gerichts. Der Partyveranstalter hatte zuvor etwa auf Ü30-Partys und deren Altersgebot verwiesen.

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