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Nicht erschrecken: Heute bundesweiter Warntag – So läuft der Stresstest in München

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Von: Nadja Hoffmann

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Großalarm am Donnerstag: Bildschirme bei Bus und Bahn liefern Infos
Großalarm am Donnerstag: Bildschirme bei Bus und Bahn liefern Infos. © Felix Hörhager/dpa

Bundesweiter Großalarm am Donnerstag: Auch Bildschirme bei Bus und Bahn werden Infos liefern. Ein Münchner Traditionsunternehmen wird zum Warn-Multiplikator.

München - Nicht erschrecken, wenn morgen, am 8. Dezember, um Punkt 11 Uhr der Alarm losgeht: Am bundesweiten Warntag testen die Behörden ihre Notrufsysteme, die im Katastrophenfall zum Einsatz kommen. Zum Beispiel bei einer Flut oder einem Großfeuer. Mancherorts werden dabei Heultöne losgehen. In München aber, wo es seit dem Zweiten Weltkrieg keine Sirenen mehr gibt, läuft die Alarmierung anders ab.

Das Warnsystem der Stadt besteht aus mehreren Säulen: Im Fall einer Katastrophe werden Münchner über Radio, die Handy-Apps Katwarn und Nina, mit Cell-Broadcast-Mitteilungen aufs Mobiltelefon sowie mit Lautsprecherdurchsagen direkt auf der Straße alarmiert. Und ab sofort können das Kreisverwaltungsreferat (KVR) und die Branddirektion auf die vielen digitalen Infobildschirme zugreifen, die es in U-Bahnstationen, auf Bahnsteigen und Bushaltestelle im gesamten Stadtgebiet gibt.

Warntag am 8. Dezember in München - „In Krisen ist Kommunikation extrem wichtig“

Eine neue Kooperation mit dem Werbemittel-Unternehmen Ströer macht es möglich. „In Krisen ist Kommunikation extrem wichtig. Sie muss schnell und klar sein“, sagte KVR-Chefin Hanna Sammüller-Gradl bei der Vorstellung der Zusammenarbeit. Und: Die Warnungen sollten so viele Bürger wie möglich in der Stadt mitbekommen. Im öffentlichen Nahverkehr seien pro Tag eine Million Menschen unterwegs – diese könne man nun ganz unproblematisch, direkt und verständlich erreichen. Feuerwehr und Polizei können, wie Ströer-Geschäftsführer Alexander Stotz erklärte, drei verschiedene Warnstufen auslösen.

Münchner Traditionsunternehmen blendet Warnmeldung auf Bildschirme

Eine Warnmeldung lässt sich zum Beispiel in die gebuchte Abfolge der Werbefilme packen. Die Behörden können aber auch das Programm komplett unterbrechen. Dann ist auf den Bildschirmen nur noch die Alarm-Info zu sehen. So werde Ströer – das Unternehmen wurde übrigens vor 100 Jahren in München gegründet – zum Warn-Multiplikator. Stotz: „Heute ist ein großer Tag für uns.“

Die Pläne für die Zusammenarbeit gab es, wie Feuerwehr-Chef Wolfgang Schäuble verdeutliche, bereits seit 2018. Beim Warntag am Donnerstag (8. Dezember) wird mit diesem System um 11 Uhr erstmals der Ernstfall geprobt. Es ist laut Schäuble eine „Erweiterung der bestehenden Möglichkeiten“

Derweil fällt zum Wochenende in Bayern die Maskenpflicht im ÖPNV. Das beschlossen die Minister in der Kabinettssitzung. Die Reaktionen im Netz folgen prompt.

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