51-Jähriger hat Probleme mit der Polizei

Cannabis-Patient fühlt sich schikaniert

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Kifft gegen die Schmerzen: Franz Wolf bekommt Cannabis auf Rezept in der Apotheke. 

Der Münchner Franz Wolf ist einer von wenigen hundert Menschen in Deutschland, die legal Cannabis konsumieren dürfen. das hilft ihm gegen seine Schmerzen, er fühlt sich aber schikaniert. 

Der 51-Jährige leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung und nach zahlreichen Unfällen an chronischen Schmerzen. Früher musste er sich seine Medizin auf dem Schwarzmarkt besorgen, seit September 2015 gilt für ihn eine Ausnahmeregelung der Bundesopiumstelle. Er bekommt sein Cannabis nun auf Rezept, von der AOK bezahlt, in der Apotheke. Dennoch fühlt sich Wolf von der Polizei schikaniert. Der Innenausschuss im Bayerischen Landtag behandelt heute eine Petition des Münchners. Er fordert ein polizeisicheres Identifikationsmerkmal – einen Ausweis für Cannabis-Patienten. Die Polizei habe nämlich immer noch Nachholbedarf, was die seit 2017 bundesweit geltende Cannabis-als-Medizin-Verordnung angeht.

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Auslöser waren mehrere Zwischenfälle mit der Polizei. Etwa Ende 2017. Damals war Wolf, der einen auffälligen Feuerwehr-Oldtimer fährt, laut eigenen Angaben in eine allgemeine Verkehrskontrolle geraten. Wolf sagt: „Der junge Polizeibeamte hat sein gelerntes Programm ohne Rücksicht durchgezogen.“ Sein legal in der Apotheke erworbenes Cannabis wurde allen Beteuerrungen zum Trotz beschlagnahmt. Am Ende waren neun uniformierte und zwei zivile Beamte sowie ein Drogenhund im Einsatz.

Wolf zufolge war das nicht der erste Vorfall: Bereits im September 2017 war er beim Straßenfest Corso Leopold von einem sechsköpfigen Kommando der Münchner Polizei kontrolliert worden. Damals war eine „Verdachtsanzeige“ ergangen. Wolf ärgert dieser „Durchsuchungszirkus“, er fühlt sich in seinen Grundrechten zur Teilhabe am öffentlichen Leben beraubt.

Wolf trägt stets Cannabis bei sich. In einem früheren Interview mit unserer Zeitung gab er an, täglich ungefähr zwei Gramm Hanfblüten zu rauchen. „Das ist eine Dosis, mit der ich mein Leben auf die Reihe bekomme. Die Schmerzen sind nicht weg, aber sie sind erträglich.“

Heute will der Innenausschuss im Bayerischen Landtag sich mit Wolfs Anliegen auseinandersetzen. Mit dem Thema betraut sind die ehemalige Justizministerin Beate Merk (CSU) sowie Peter Paul Gantzer (SPD).

jv

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