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„Lebt er noch?“: Chris de Burgh denkt bei München-Show an Schwabinger Bar-Erlebnisse zurück

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Von: Armin Rösl

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Am Montagabend trat Chris de Burgh im fast ausverkauften Circus Krone in München auf.
Am Montagabend trat Chris de Burgh im fast ausverkauften Circus Krone in München auf. © Armin Rösl

Ein Solo-Konzert, im fast ausverkauften Circus Krone: Das bot Sänger und Songwriter Chris de Burgh am Montagabend seinen Fans in München.

München - Wer auch immer die Idee hatte und die Entscheidung getroffen hat, dass Chris de Burgh auch Solo-Konzerte spielt (seit 2004 sporadisch einzelne Shows, aktuell eine ganze Tournee), dem gebührt das Goldene Kleeblatt. Was der 73-jährige Ire am Montagabend, 18. Juli, im fast ausverkauften Circus Krone gut zwei Stunden darbietet, ist einfach nur schön. Einfach und schön. Chris de Burgh singt und musiziert (abwechselnd an Klavier und Gitarre) nicht nur, er entertainert charmant. 

Chris de Burgh in München: Sänger zeigt sich selbstironisch - „Is he still alive?“

Anders als mit Band, die ihn beim letzten Konzert im November 2019 in der Philharmonie zur Seite gedrängt und viel zu laut in Grund und Boden gespielt hat, ist Chris de Burgh solo ganz groß. Der Wanderbarde aus Irland kommt im Circus Krone voll zur Geltung und nur solo wird erleb- und hörbar, welch wundervolle Musik (und Geschichten) er geschrieben hat. Zuletzt mit seinem 27. Studioalbum „The Legend of Robin Hood“ (veröffentlicht 2021). 

Zu Beginn gibt er sich selbstironisch und erzählt, dass er wisse, was sich viele Menschen auf seiner Tour fragen würden: „Is he still alive?“, „Can he still sing?“ und „Can he still entertain?“

Chris de Burgh im Circus Krone: Sänger erzählt von ersten Konzerten in Schwabing

Mit alten und neuen Songs verwandelt Mittelalter-Fan Chris de Burgh den Circus Krone in ein Wohlfühlschloss. Er erzählt von seinen ersten Konzerten in einer Schwabinger Bar, er begrüßt eine Frau im Publikum, die eigens aus Costa Rica angereist sei und ihren 70. Geburtstag feiert, und stimmt für sie zusammen mit dem Publikum „Happy Birthday“ an. Doppelseufz.

Kurzer Einschub für alle unter 40 (von denen fast niemand im Konzert war): Chris de Burgh ist einer der größten Songwriter unserer Zeit. Und ja, von ihm stammt... (Mist, ein Text über Chris de Burgh ohne „Lady in Red“ zu schreiben ist schier unmöglich, hihi) Aber er ist viel viel mehr als dieses Lied - er ist großartig. Wenn er solo spielt.

Ach ja, die Antworten auf die drei eingangs gestellten Fragen: „Lebt er noch?“ Ja, und wie! „Kann er die Menschen noch unterhalten?“ Ja, kann er noch sehr gut. Und über sich selbst lachen, wenn er bei einem seiner neuen Robin-Hood-Songs plötzlich den Text vergessen hat. „Kann er noch singen?“ Hier lautet die altersmilde Antwort: ja. 

Ein wirklich schöner und wundervoller Chris-de-Burgh-Solo-Abend. Würde eine Fee ins Zirkuszelt schweben und einen Wunsch erfüllen, dann diesen: Möge Chris de Burgh bitte nie wieder mit Band auftreten.

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Von Armin Rösl 

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