Politiker haben Verständnis

Münchner Christkindlmärkte fallen aus: Schausteller in großer Sorge - „Ich habe Existenzängste“

München: Menschen besuchen den Weihnachtsmarkt rund um den Marienplatz. Der traditionelle Christkindlmarkt fällt in diesem Jahr aus.
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München: Menschen besuchen den Weihnachtsmarkt rund um den Marienplatz. Der traditionelle Christkindlmarkt fällt in diesem Jahr aus.

Wegen Corona wurde nun auch alle Christkindlmärkte in München abgesagt. Die Schausteller haben wegen der fehlenden Einnahmen Existenzängste.

München - Die Adventszeit fällt dieses Jahr noch ruhiger aus als sonst, denn alle Münchner Christkindlmärkte wurden abgesagt. Das Ansteckungsrisiko sei zu hoch, hieß es als Begründung vom Stadtrat. Für viele Schausteller ist das ein herber Rückschlag, schließlich hatten sie auf das Weihnachtsgeschäft gesetzt, um wenigstens noch etwas Geld in die leeren Kassen zu wirtschaften.

Christkindlmarkt-Absage: Schock bei Schaustellern in München: „Ich habe Existenzängste“

Der Schock sitzt tief bei Romanus Zinnecker. „Ich habe Existenzängste. Wenn wir Schausteller jetzt keine staatlichen Hilfen erhalten, wird es fatal“, sagt der 59-Jährige. Noch vor einem Jahr hat Zinnecker auf dem Marienplatz in München Glühwein ausgeschenkt, sogar Arnold Schwarzenegger war sein Gast. Nun sitzt der Schausteller daheim. „Wir hoffen jetzt auch auf Schadensersatzzahlungen für Dezember, das würde viele von uns retten“, sagt Zinn-ecker.

In der Regel erwirtschaften Schausteller ihren Jahresverdienst vom Sommer bis zum Christkindlmarkt rein – im Frühjahr ist Pause. Christian Krems, der mit einer Backstube auf Volksfesten unterwegs ist, blickt auch dem Geschäft im neuen Jahr noch zurückhaltend entgegen.

Coronavirus: Auch im nächsten Jahr keine Besserung für Schausteller in Sicht

Sein nächster Termin im Kalender: der Augsburger Plärrer Anfang April. „Nachdem jetzt aber schon der Fasching abgesagt wird, glaube ich nicht, dass wir dann wieder arbeiten können“, sagt der 46-Jährige.

Seine Familie hat drei Backstuben – nur eine davon war den Sommer über in Betrieb. „Es klafft ein großes Loch in der Kasse“, sagt der Schausteller.

Corona in München: Rathaus sieht Absage der Christkindlmärkte mit gemischten Gefühle

Auch im Rathaus sieht man die Absage der Christkindlmärkte mit ziemlich gemischten Gefühlen. Anne Hübner, SPD-Fraktionsvorsitzende im Münchner Stadtrat, sagt unserer Zeitung: „Besonders leid tut es uns für die Standlbesitzer. Nach diesem Jahr ist das für viele eine Katastrophe.“ Dennoch sei die Entscheidung richtig. „Der Gesundheitsschutz geht vor.“

Und auch CSU-Chef Manuel Pretzl zeigt Verständnis für die missliche Lage der Beschicker. Er meint: „Uns allen hätte der Christkindlmarkt zum Ende dieses Krisenjahres gutgetan.“ Aber: „Die Infektionslage ließ keine andere Entscheidung zu.“ Das Coronavirus sorgt für Ängste und Probleme bei Münchnern. Doch was kann man im Ausnahmezustand tun? Ein Experte erklärt, was jetzt hilft.

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