20 Themen kamen zur Sprache

Bürgerversammlung in der Manege: München probt für die Zeit nach Corona - „Stück Normalität zurück“

Im Rund des Circus Krone sollen die kommenden Bürgerversammlungen stattfinden – den Anfang machte Schwabing-Freimann.
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Im weiten Rund des Circus Krone sollen auch die kommenden Bürgerversammlungen stattfinden – den Anfang machte Schwabing-Freimann.

Über ein Jahr lang fanden in München keine Bürgerversammlungen der Stadtbezirke mehr statt. Jetzt hat sich die Stadt zur Rückkehr zu Präsenzveranstaltungen entschlossen – den Anfang machte am Mittwoch Schwabing-Freimann.

München - Politiker in der Manege – als Ansprechpartner für die Bürger aus den Stadtvierteln. Wegen der Corona-Pandemie* hatten die Bürgerversammlungen ein Jahr lang ausfallen müssen. Jetzt ging es wieder los, und zwar im Circus Krone. In der Maxvorstadt* sollen die zahlreichen Versammlungen verschiedener Stadtviertel in den kommenden Wochen stattfinden.

Im Circus Krone können die Corona-Abstandsregeln leicht eingehalten werden

Premiere war am Mittwoch aber für die Bürger aus Schwabing*-Freimann*. Im weitläufigen Rund des Zirkusbaus gibt es genug Platz, um alle Abstandsregeln einzuhalten. Dies wäre am Interims-Standort des Oskar-von-Miller-Gymnasiums, dem eigentlichen Tagungsort des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann, so nicht möglich gewesen. Münchens Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) sagte: „Ich freue mich, dass wieder ein Stück Normalität zurück ist.“

Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) führte durch den Abend.

Gemeinsam mit BA-Chef Patric Wolf (CSU) führte sie durch die Veranstaltung. Trotz Sonnenscheins und Fußball-EM* hatten rund 120 Bürger die etwas längere Anfahrt zum Interimsort auf sich genommen. Es gab aber noch einige freie Plätze. Die Stimmung im Krone-Bau war im Vergleich zu früheren Bürgerversammlungen des Stadtbezirks deutlich entspannter. Während der rund 150-minütigen Veranstaltung mit Maskenpflicht blieben Zwischenrufe komplett aus.

20 Themen wurden auf der Bürgerversammlung im Circus Krone behandelt

Knapp 20 Themen kamen zur Abstimmung, wobei die Pläne der Stadt zur Sanierung der denkmalgeschützten Situlischule am meisten Ablehnung fanden, sowie die geplante Tramlinie zum Kieferngarten. Wir haben uns bei den Bürgern umgehört, warum sie an der Premiere im Circus Krone teilgenommen haben. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Ana López (33): Es ist schön, dass Versammlungen nach all den Monaten wieder möglich sind. Ich bin zum ersten Mal bei einer Veranstaltung dieser Art. Ich bin positiv überrascht, dass die Stadt trotz der Pandemie und finanzieller Einbußen weiter Geld in Projekte im Stadtbezirk investieren will.

Wolfgang Bischoff (60): Es freut mich sehr, dass endlich wieder Veranstaltungen dieser Art mit persönlichen Begegnungen möglich sind. Ich finde es wichtig, die Arbeit der Bezirksausschüsse zu unterstützen. Ich hoffe auf mehr Kunst und Kultur in den Stadtbezirken. Gerade in Schwabing steckt großes Potenzial.

Hans Hermann Wedtcke (87): Ich bin zur Bürgerversammlung in den Circus Krone gekommen, weil ich gegen eine Trambahn durch den Englischen Garten protestieren will. Ich erhoffe mir außerdem Neuigkeiten zum weiteren Zeitplan des Projekts, da dort seit bestimmt eineinhalb Jahren nicht mehr viel passiert ist.

Jonas Listl (32): Ich will mich über die Politik in meinem Stadtbezirk informieren und bin deshalb zum ersten Mal auf einer Bürgerversammlung. Anfang des Jahres habe ich vorgeschlagen, dass man in der Franzstraße zwei Parkplätze in Fahrradstellplätze umwandeln sollte. Jetzt gibt es dort 20 Stellplätze. Toll!

Walter Hilger (78): Ich bin hier, um gegen die Trambahn-Wendeschleife am Kieferngarten zu protestieren. Der Grund: Ich halte sie für unnötig und sie sorgt für Lärm. In diesem Gebiet sollten lieber Omnibusse für den Nahverkehr fahren. Auch der Abriss des Parkhauses am Kieferngarten ist ein Fehler.

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