Prozess beginnt

Frau zahlt Vermögen bei Münchner Bank ein - dann passiert rätselhafter Millionen-Diebstahl

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In der Commerzbank-Filiale am Promenadeplatz kam es zu dem spektakulären Diebstahl. Wie viel Geld tatsächlich erbeutet wurde, muss jetzt das Gericht klären.

Wie können 4,62 Millionen Euro aus dem Schließfach verschwinden – in der hoch gesicherten Commerzbank am Promenadeplatz? Das muss die Justiz ab Montag klären.

  • Am Landgericht München beginnt am Montag der Prozess gegen sieben mutmaßliche Diebe, die 4,62 Millionen Euro aus einem Bank-Schließfach gestohlen haben sollen.
  • Bis heute ist ungeklärt, wo die Beute geblieben ist.
  • Gestohlen wurde das Geld aus einem Schließfach im Tresorraum der Commerzbank in München. 

München - Am Landgericht München sind sieben mutmaßliche Diebe angeklagt, denen ein Millionen-Coup zur Last gelegt wird. Sie sollen 4,62 Millionen Euro aus einem Schließfach im Tresorraum der Commerzbank in München geklaut haben.

Wo die Beute abgeblieben ist, konnte nach Informationen unserer Zeitung immer noch nicht ermittelt werden. Weder die Staatsanwaltschaft noch die Commerzbank wissen, wo das Geld ist. Eine reiche Russin hatte es am 29. November 2016 in der Filiale am Promenadeplatz eingezahlt – insgesamt 32 Millionen Euro, verteilt auf sieben Schließfächer. Ein Jahr später gab es erste Einbruchsspuren im Tresorraum der Bank – im März 2018 fehlten plötzlich die 4,62 Millionen Euro in einem der Schließfächer.

Millionen-Raub in München: Einbruchsspuren im Tresorraum 

Erst im Mai 2019 kam der Fall ans Tageslicht – unsere Zeitung hatte ihn aufgedeckt. Die Commerzbank bestätigte den Millionen-Diebstahl – welche Summe wirklich fehlte, konnte auch die Filialleitung nicht sagen. Denn: Was in den Schließfächern eines Kunden eingelagert wird, hat der Kunde selbst zu verantworten – die Bank weiß darüber nicht Bescheid.

Bilder aus der Überwachungskamera dokumentieren den Millionen-Diebstahl.

Im Strafprozess am Landgericht wird es also auf die Aussage von Evgeniya B. ankommen – ihre Millionen lagerten in den Schließfächern. Wie viel Geld tatsächlich fehlt, weiß nur sie. Erst Anfang Februar wird das Gericht die reiche Russin als Zeugin hören. Ihr persönliches Erscheinen wurde angeordnet. Bankkaufrau Maria M. (57, Name geändert) hatte ihr im November 2016 geholfen, die sieben Schließfächer anzumieten, in denen Evgeniya B. ihre 32 Millionen Euro einlagerte. Mindestens drei Mitarbeiter der Bank waren in diesen Vorgang involviert. Auch der Filialleiter musste zustimmen.

Bankraub in München: Reiche Kundin wollte ihr Geld versichern lassen

Pikant: Die hohe Summe wollte die Russin zunächst versichern lassen. Das hatte die Bank aber abgelehnt. Und gewährte ihr nur die Einlagerung des Geldes. Den Ermittlungen zufolge soll Maria M. ihrem Sohn Paul (Name geändert) von der reichen Kundin und deren Millionen erzählt haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Bandendiebstahl aus, weil Paul M. mutmaßlich auch den weiteren Angeklagten davon erzählte.

Bankkauffrau Maria M. gilt als Hauptverdächtige.

Im Dezember 2017 sollen sich die Diebe zusammengeschlossen haben, um die Millionen zu stehlen. Demzufolge soll Maria M. die Informantin gewesen sein, die ihnen ungehinderten Zugang zum Tresorraum der Commerzbank am Promenadeplatz verschaffte. Sie soll den übrigen Bandenmitgliedern auch die Schließfachnummern genannt haben. Zur Vorbereitung der Tat hatte einer der Angeklagten ebenfalls ein Schließfach eröffnet – direkt darüber. Zwischen Dezember 2017 und März 2018 sollen zwei Bandenmitglieder das Schließfach aufgebrochen und anschließend wieder verklebt haben – ohne dass die Bank etwas mitbekam.

200- und 500-Euro-Scheine im Schließfach.

Nach Informationen unserer Zeitung entstand der Filiale ein Schaden von 30 000 Euro. Wo die Beute ist, bleibt unklar. Vor Gericht soll sich das Millionenrätsel nun aufklären.

Lesen Sie auch: Skurriler Bankraub: Was dieser Dieb mit seiner Beute macht, gibt es nur an Weihnachten

In München kam es zu einem Raubüberfall auf offener Straße. Ein 15-Jähriger wurde von einem Trio überfallen - erst eine Frau mit ihrem Hund konnte die Tat stoppen.

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