Zu Besuch bei den „Detektiven“

Sollte sich Entwicklung in München verschärfen: Reiter schließt aufwändige Corona-Maßnahme nicht mehr aus

In München gibt es nun Corona-Detektive, die versuchen, die Infektionsketten zu verfolgen. OB Dieter Reiter hält zudem Massentets für denkbar.

  • Corona in München: Die Fallzahlen steigen weiter - die Infektionsketten sind nicht nachzuverfolgen
  • Daher gibt es in Riem nun Tracing Teams - sozusagen Corona-Detektive, die die Kontaktpersonen der Infizierten ermitteln sollen
  • OB Dieter Reiter hat die alte Messehalle in Riem nun besucht

München - Die Corona-Fallzahlen in München sind weiter auf konstant hohem Niveau. Kontaktpersonen zu ermitteln, wird immer schwerer. Daher arbeiten die Tracing-Teams der Stadt nun zentral in einer Messehalle in Riem. Platz ist für bis zu 400 Personen. Davon konnte sich OB Dieter Reiter (SPD) am Montag vor Ort ein Bild machen.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Bis Ende Oktober wurden in der Landeshauptstadt gut 15.000 Personen registriert, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. In rund sieben Monaten. Seither kamen weitere 15.000 positive Tests hinzu. In fünf Wochen, trotz Teil-Lockdown! Mittlerweile ist es eine Herkulesaufgabe für die Stadt, Infektionsketten nachvollziehen zu können.

OB Dieter Reiter im Contact Tracing Center der Stadt München in der Halle C2 in der Messe.

Dies sei aber von entscheidender Bedeutung im Kampf gegen die Pandemie, betonte der OB am Montag. „Nur so können Infektionsketten unterbrochen werden.“ In Riem sind von heute an die Corona-Detektive der Stadt untergebracht. Bisher arbeiteten die Ermittler an acht verschiedenen Standorten. „Durch die Zentralisierung sind effektivere Abläufe möglich“, sagte Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD). Der Einsatztrupp besteht aus 500 Personen. Darunter befinden sich Mitarbeiter des Gesundheitsreferats und anderen Abteilungen der Stadtverwaltung, der Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr.

München/Riem: Corona-Detektive im Einsatz - OB Reiter mit spektakulärer Ankündigung

Sie arbeiten sieben Tage die Woche in zwei Schichten (je 200 Personen) von 8 bis 20 Uhr. Bei Bedarf kann das Personal aufgestockt werden. Projektleiter ist Tobias Achtsnit von der Berufsfeuerwehr, die auch den städtischen Krisenstab leitet.

Hauptaufgabe des Tracing-Teams ist es, positiv Getestete und deren Kontaktpersonen zu ermitteln und über die Quarantänemaßnahmen zu informieren. Das erfordert jede Menge Telefonate und detektivische Arbeit. Dabei geht es nicht nur um Infektionsketten im Privatbereich, sondern etwa auch in Altenheimen, Schulen oder Kitas.

Infizierte werden nach einem positiven Test am Folgetag vom Gesundheitsreferat per Brief informiert. Wie lange die Tracing- Teams in der Messe arbeiten, hängt laut Reiter von der Entwicklung der Corona-Fallzahlen ab. Bei einem weiteren Anstieg sind nach Einschätzung des OB auch Massentests denkbar. Klaus Vick

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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