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2G-Regel in der Gastronomie: Münchner Wirte kritisieren Verschärfungen - „Es wird ein schwerer Winter“

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Von: Cornelia Schramm, Claudia Schuri

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Ohne den Impf- oder Genesenennachweis dürfen bald keine Gäste mehr in Münchner Restaurants.
Ohne den Impf- oder Genesenennachweis dürfen bald keine Gäste mehr in Münchner Restaurants. © Robert Michael/dpa

Kein Zutritt für Ungeimpfte heißt es ab nächster Woche in Münchner Restaurants, Bars und Kneipen. Wirte fürchten enorme Einbußen durch die Regel-Verschärfung.

München - Ohne Impfung oder Genesenennachweis kein Restaurantbesuch – 2G soll ab kommender Woche für München gelten, wie Oberbürgermeister Dieter Reiter am Donnerstag ankündigte*. Kritik kommt von Thomas Geppert, dem Landesgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga. „Nervöser Aktionismus hilft niemanden“, sagt er. „Das Gastgewerbe ist sicher.“

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München stellt auf 2G um: Wirte wehren sich gegen neue Bestimmung

Das betont auch Wirtin und Dehoga-Präsidentin Angela Inselkammer. „Wir sind keine Pandemietreiber“, erklärt sie. „Die Gastro muss sowieso schon kämpfen, und durch solche Zeichen wird sie weiter beschädigt.“ Die aktuellen Vorschriften seien ausreichend. „Faktisch kommen sowieso fast alle Gäste mit Impfnachweis.“

99 Prozent seiner Gäste seien geimpft, bestätigt Christian Schottenhamel vom Paulaner am Nockherberg. „Lieber wäre uns 3G+“, sagt er. „Bei 2G bleibt die Angst, dass den Leuten die Lust aufs Restaurant vergeht, wenn ein Familienmitglied oder Freund draußen bleiben muss.“ Es gehe darum, den Druck auf Ungeimpfte zu erhöhen. Zu Recht, findet Schottenhamel. „Sich impfen zu lassen ist einfach jetzt eine soziale Pflicht.“ Er hofft, dass wegen 2G nicht alle Weihnachtsfeiern platzen – oder die Gastronomie wieder schließen und Unmengen an Waren vernichten muss.

München: Gastronomen bangen um Weihnachtssaison

Bereits jetzt gingen „Absagen im Stundentakt“ ein, erzählt Lukas Spendler von der Hirschau. „Es wird ein schwerer Winter“, befürchtet er. Auch für Mitarbeiter, die womöglich wieder in Kurzarbeit müssen und kein Trinkgeld bekommen, sei die Situation schwierig. Hofbräukeller-Chefin Silja Schrank-Steinberg beklagt ebenfalls bereits viele Weihnachtsfeier-Absagen. „Der Dezember ist der wichtigste Wintermonat für uns“, sagt sie. „Die Verunsicherung ist groß.“ Immerhin hofft sie, dass trotz 2G das À-la-carte-Geschäft weiterläuft. „Bei den Gästen kommt es gut an, dass wir streng kontrollieren.“

Darauf zählt auch Meike Will vom Baader Café im Glockenbachviertel. „2G wird nicht so schlimm für uns. Unsere Gäste sind alle geimpft. Gerade kommt kaum jemand mit PCR-Test“, sagt sie.

Doch noch etwas ärgert viele Gastronomen, wie Julia Krätz vom Andechser am Dom berichtet: „Bei den dauerenden Änderungen kennt sich keiner mehr aus.“ Zuerst habe man die Maskenpflicht gelockert – und jetzt gebe es wieder solche Verschärfungen. „Aber wir können es ja eh nicht ändern.“ *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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