Verbände beschwichtigen

Corona-Gefahr in überfüllten Bussen und Bahnen: Hier fährt in München die Angst mit

In einem Bus sitzen und stehen die Fahrgäste trotz Corona-Pandemie dicht an dicht.
+
Keine Chance auf Abstand: Dieses Foto von dem völlig überfüllten Bus der Linie 230 schickte uns tz-Leser Dennis S. (21).

Wegen Corona sollten wir auf Abstand zu unseren Mitmenschen gehen. Manchmal ist das aber nicht möglich. Wie in öffentlichen Verkehrsmitteln. So erlebt ein Ismaninger die tägliche Tortur.

München - Dennis S. aus Ismaning ist sauer - und er macht sich große Sorgen um seine Gesundheit. Wegen einer Vorerkrankung wäre eine Corona*-Infektion für den 21-Jährigen fatal, Homeoffice ist aber nicht möglich. So muss er täglich mit dem 230er-Bus von Ismaning nach Garching in seine Werkstatt fahren. Eingezwängt, ohne Abstand, denn der Bus ist jeden Tag völlig überfüllt. „Ich sehe mich einer großen Gefahr ausgesetzt“, sagt Dennis - und viele Münchner* machen sich die gleichen Sorgen. Die Angst fährt mit! Doch wie gefährlich ist es, in Bus, Tram und Bahn* unterwegs zu sein - mitten in der zweiten Corona-Welle?

Laut Franziska Hartmann, Sprecherin des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV), ist die Ansteckungsgefahr in den öffentlichen Verkehrsmitteln relativ gering. Das sagt auch der Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft, Matthias Korte. Zum einen hielten sich die meisten Menschen nur kurz in den Öffentlichen auf. Zum anderen gebe es verkürzte Reinigungsintervalle, eine besonders intensive Reinigung gerade an neuralgischen Punkten, Schilder, Durchsagen und Anzeigen zu Maskenpflicht* und Hygiene an den Haltestellen, Bahnhöfen und in den Fahrzeugen.

Video: Söder ruft Katastrophenfall aus - Knallhart-Lockdown beschlossen

Corona-Krise in München: „96 Prozent der Fahrgäste halten sich an die Regeln“

Doch was ist, wenn sich die Leute nicht an die Pflichten und Regeln halten? Sicherheitsbehörden und Polizei* kontrollieren und sanktionieren die Maskenpflicht, sagt Hartmann. „Laut unseren Beobachtungen halten sich circa 96 bis 100 Prozent der Fahrgäste an die Regeln.“ Für diesen Montag haben die Behörden zudem einen bundesweiten Masken-Kontroll-Tag angekündigt.

Das große Problem ist allerdings, dass Busse so voll sind, dass es schlicht unmöglich ist, Abstand zu halten. Deshalb würden im MVV-Regionalbusverkehr seit einiger Zeit Verstärkerbusse eingesetzt, erklärt Franziska Hartmann, „gerade im Schülerverkehr“. Das gelte auch für die MVG, so Korte. Das Bayerische Kabinett hatte Ende November beschlossen, die finanzielle Förderung von Verstärkerbussen im Schülerverkehr fortzusetzen - bis Ostern 2021. Damit mehr Platz in mehr Fahrzeugen ist, und die Schüler vor einer Corona-Ansteckung* geschützt werden können. Aktuell fahren laut Verkehrsministerium bereits rund 350 zusätzliche Schulbusse.

Corona-Krise in München: Viele Schüler sollen Maske unter der Nase oder unterm Kinn tragen

Reicht das? Laut Dennis S. sind im Garchinger Bus vor allem Schüler das Problem: Mittags steigen zuerst die Ismaninger Realschüler ein, dann sei der Bus eigentlich schon voll. „Und dann quetschen sich auch noch die Kinder von der Mittelschule Ismaning in den Bus.“ Die Maske: oft unter der Nase oder unterm Kinn. Der MVV will jetzt zumindest auf der Garchinger Strecke für Abhilfe sorgen. (ska, ast) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare