„Zustände, die wünsche ich keinem“

Münchner landen auf Corona-Intensivstation: Ehepaar bereut Entscheidung - „Ich war ein Impfgegner“

Von Tanja Kipke

Auf den Intensivstationen sind fast alle Corona-Patienten nicht geimpft. (Symbolbild)

Die Intensivstation des Schwabinger Krankenhauses ist fast voll besetzt. Alle Corona-Patienten sind nicht geimpft. Ein Ehepaar bereut diese Entscheidung und warnt deutlich.

München - Alle Corona-Patienten auf der Intensivstation des Schwabinger Krankenhauses in München sind ungeimpft. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk erzählt ein erkranktes Ehepaar, wie sehr sie nun die Entscheidung bereuen, sich nicht impfen haben zu lassen. „Wenn man sich nicht für die Impfung entscheidet, entscheidet man sich ganz klar für die Infektion, die wird man dann bekommen, auf jeden Fall“, so einer der Oberärzte. Auch das Münchner Ehepaar hat es nun getroffen. Beide werden derzeit mit Sauerstoff versorgt.

Münchner Intensivstation: An Corona erkranktes Ehepaar bereut es, nicht geimpft worden zu sein

Für den um die 70-jährigen Patienten sei die Atemnot unvorstellbar gewesen. „Ich habe mich gar nicht mehr verständigen können. Das habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehab“ sagt er gegenüber dem BR. Das seien Zustände gewesen, die wünsche er keinem. „Wirklich nicht.“ Daher haben sich die beiden entschieden darüber zu reden.

„Ich war ein Impfgegner“, erklärt die Frau des Münchner. „Aber ich hätte das nie tun sollen und deswegen habe ich gesagt: Ich erkläre mich heute bereit, an die Menschen zu appellieren, dass sie sich impfen lassen sollen.“ Die Entscheidung sich nicht impfen zu lassen, sei gekommen, weil ein Bekannter nach der Impfung mit Nebenwirkungen zu kämpfen hatte. „Alles weg, die Impfung ist das Allerwichtigste.“

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Oberarzt der Intensivstation versteht das „Warten“ der Ungeimpften nicht

Viele der ungeimpften Patienten erklären den Ärzten, sie haben noch warten wollen. „Aber auf die Frage, auf was man noch warten will, kommt meist keine große Antwort“, so der Oberarzt. Das Einzige was gegen helfe, sei die Impfung. Das Schlimme an dem Virus sei, dass es keine schnelle Heilung gebe. „Wir sehen Verläufe über mehrere Monate und es gibt immer einen Schritt vor und zwei zurück und wenn man denkt, ein Patient hat es jetzt fast geschafft, kommt irgendeine Komplikation hinzu und der Patient wird wieder schlechter“, so der Intensivmediziner gegenüber dem BR. Das sei für alle Angestellten sehr anstrengend. (tkip)

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