„Chaotische Zustände“ umgehend beenden

Impfstoff-Panne in München: OB Reiter wütet gegen Freistaat - Doch der schiebt die Schuld weiter

München-OB Dieter Reiter ärgert sich, weil die letzte Lieferung ausblieb
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München-OB Dieter Reiter ärgert sich, weil die letzte Lieferung ausblieb

Die für Freitag zugesagte Lieferung an Corona-Impfstoffen kommt nicht an, was den München-OB auf die Palme bringt. Doch das Ministerium widerspricht der Stadt.

  • In München macht Oberbürgermeister Dieter Reiter* seinem Ärger über ausbleibende Impfstofflieferungen Luft.
  • Ärgert sich der OB zu Unrecht über die Staatsregierung? Das Gesundheitsministerium nimmt Stellung. 
  • Demnach sei das ursprünglich vereinbarte Kontingent plangemäß an die Stadt ausgeliefert worden.

München - Der Impfstart stottert weiterhin gewaltig. Auch in München. OB Dieter Reiter (SPD) hat am Freitag „chaotische Zustände“ bei der Impfstoff-Lieferung beklagt. Entgegen der Ankündigung des Freistaats, die lokalen Zentren jetzt regelmäßig zweimal wöchentlich mit Corona-Impfstoff zu versorgen, habe die Stadt die für Freitag zugesagten 3500 Impfdosen nicht erhalten. Damit könne übers Wochenende nur die notwendige Zweitimpfung der bereits geimpften Münchner erfolgen.

München: Impfstoff-Panne durch den Freistaat ausgelöst? Gesundheitsministerium wehrt sich

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums widersprach der Darstellung der Stadt prompt. „Der Landeshauptstadt München war seit dem 5. Januar durch Mitteilung der Regierung von Oberbayern bekannt, wie viel Impfstoff sie in der Woche ab dem 8. Januar 2021 erwarten konnte. Ab dem 8. Januar waren der Landeshauptstadt München dann die Anliefermengen und –modalitäten bekannt. Der Impfstoff ist entsprechend der Ankündigung auch vollständig ausgeliefert worden.“ Der Sprecher fügte hinzu, dass die an Bayern gelieferte Impfstoffmenge begrenzt sei – schob die Verantwortung aber an den Bund und die EU-Kommission weiter.

Insgesamt hat die Stadt in knapp drei Wochen 12.800 Impfdosen erhalten. Gemessen an der Einwohnerzahl von 1,56 Millionen konnte also bisher erst rund 0,8 Prozent der Bevölkerung immunisiert werden. Reiter hat sich am Freitag umgehend mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Verbindung gesetzt und seinen Unmut ungewohnt drastisch kundgetan: „Diese chaotischen Zustände müssen unverzüglich beendet werden“, fordert er. Man könne nur verimpfen, was auch zur Verfügung gestellt werde.

Wann in München* mit den stationären Impfungen im eigens eingerichteten Impfzentrum am Riemer Messegelände begonnen werden kann, ist nach Auskunft der Stadt noch unklar. Bislang war man davon ausgegangen, dass ein Start Ende Januar/Anfang Februar möglich sein sollte.

In München werden in der ersten Priorisierungsstufe zunächst die rund 30.000 Bewohner und Beschäftigten in Alten- und Behindertenheimen sowie das Personal der Kliniken von mobilen Teams geimpft. Auch ambulante Pflegedienste und Rettungsdienste zählen zu dieser Gruppe. Dann sind die älteren Bürger über 80 Jahre an der Reihe – etwa 80.000 Personen. Sie werden oder wurden von der Stadt bereits angeschrieben. Deren Impfung soll in Riem erfolgen.

Seit Ende Dezember 2020 steht die Corona-Impfung in der EU zur Verfügung. Um eine informierte Entscheidung dafür oder dagegen zu treffen, sollten Sie folgende Fakten kennen.*tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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