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Neue Corona-Taktik: Münchner Ärzte berichten von großem Run - „Könnten noch mehr Leute impfen, wenn ...“

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Von: Claudia Schuri, Klaus Vick

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Warten unterm Lindwurm: Am Marienplatz bilden sich derzeit immer wieder lange Schlangen von Impfwilligen
Warten unterm Lindwurm: Am Marienplatz bilden sich derzeit immer wieder lange Schlangen von Impfwilligen. © Götzfried

Impftermine sind plötzlich wieder gefragt. München fährt die Kapazitäten hoch, auch bei den Hausärzten steigt die Nachfrage. Auch die Zahl der Booster-Impfungen hat angezogen.

München - Monatelang war die Nachfrage nach Impfungen abgeflaut – jetzt beginnt die Jagd nach Terminen von Neuem. Vor allem für die Booster-Impfungen. Seit Tagen bilden sich in München lange Warteschlangen vor Außenstellen wie am Marienplatz. Und auch den Hausärzten wird wieder die Bude eingerannt, wie zuletzt während der Frühsommermonate.

Georg-Eike Böhme, Hausarzt aus dem Lehel, berichtet zum Beispiel: „Die Nachfrage ist extrem groß.“ Um möglichst vielen Patienten die Booster-Impfung verabreichen zu können, finden in seiner Praxis Sonderimpfaktionen statt. „Wir könnten noch mehr Leute immunisieren, wenn wir genug Impfstoff bekommen würden“, sagt Böhme. Risikopatienten* hätten fast alle die Auffrischung erhalten. Doch auch alle anderen Patienten können sich bei Haus- und Fachärzten zum Boostern anmelden. „Wichtig ist, vorher einen Termin auszumachen“, sagt Michael Stahn von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern. „Die Ärzte müssen den Impfstoff bestellen.“

München: Booster-Impfung gegen Corona lieber mit Terminvereinbarung - aber schon nach fünf Monaten

Das bayerische Gesundheitsministerium hat die Impfzentren inzwischen schriftlich aufgefordert, allen unabhängig vom Alter schon nach fünf und nicht erst nach sechs Monaten eine Booster-Impfung gegen Corona zu verabreichen. „Zurückweisungen Impfwilliger sollen möglichst nicht erfolgen“, heißt es in dem Schreiben. Die Stadt beherzigt diese neue Richtlinie ab sofort, wie das Gesundheitsreferat auf Nachfrage mitteilt. Jodok Müller von der Bayerischen Landesärztekammer sagt: „Nach fünf Monaten kann man auf alle Fälle nach einer Booster-Impfung bei seinem Arzt nachfragen.“

Aufgrund der hohen Nachfrage muss in den vier Außenstellen der Stadt auf der Theresienwiese, am Marienplatz, in den Pasing Arcaden und im KVR über BayIMCO (www.impfzentren.bayern) ein Termin vereinbart werden. Auch für das Impfzentrum Riem wird dies empfohlen. Die Wartezeiten könnten so verkürzt werden, so das Gesundheitsreferat.

Münchner zünden den Impfturbo - Stadt meldet neue Corona-Rekordzahlen

Derzeit sind die frühesten Termine beim Impfzentrum und seinen Außenstellen in etwa vier Wochen zu vergeben – außer man erwischt einen Termin, der kurzfristig storniert wurde. Ende vergangener Woche musste man ab Buchung nur etwa eine Woche auf einen Termin warten. Laut Gesundheitsreferat kann die Stadt München* aktuell in Riem, in den vier festen Außenstellen und bei den mobilen Aktionen 3500 Menschen pro Tag impfen. Ziel sei es, bald wieder etwa 30.000 Impfungen in der Woche anbieten zu können – dann kommen auch wieder neue Termine ins System. Das Zentrum in Riem ist gegenwärtig Samstag bis Dienstag von 9 bis 17.45 Uhr und mittwochs von 9 bis 21 Uhr geöffnet.

Die Stadt meldet unterdessen neue Rekordzahlen für die mobilen Aktionen und die Außenstellen. So wurden in der Vorwoche 17 885 Personen geimpft (4768 Erst-, 4487 Zweit- und 8630 Drittimpfungen). Davon fanden 7813 Impfungen in Riem statt, 7258 an den Außenstellen und 2814 bei Sonderaktionen. Die Anzahl der Booster-Impfungen in München hat sich binnen zwei Wochen von 30.000 (Stand 3. November) auf aktuell 62.500 mehr als verdoppelt. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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