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Ansturm auf die Corona-Impfungen - das müssen die Münchner zur Booster-Impfung wissen

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Von: Cornelia Schramm, Claudia Schuri

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Am Marienplatz in München stehen Impfwillig an und warten auf eine Corona-Impfung.
Lange Schlangen bildeten sich gestern zeitweise vor den Münchner Impfstationen – hier am Marienplatz. © Marcus Schlaf

Wer sich gegen Corona impfen lassen wollte, der brauchte in München vielerorts Geduld: Denn die Nachfrage nach dem schützenden Pieks ist in den letzten Tagen angestiegen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

München - Lange Schlangen vor den Corona-Impfzentren: In den letzten Tagen haben sich einige Münchner offenbar dafür entschieden, sich doch noch gegen Corona* impfen zu lassen – und viele Andere holten sich den Booster-Pieks. „Die Zahl der Erstimpfungen ist leicht und die der Drittimpfungen deutlich angestiegen“, sagt ein Sprecher des Gesundheitsreferats. Zwischen 31. Oktober bis 7. November gab es 4844 Erst-, 6852 Zweit- und 11995 Auffrischimpfungen. Auch in den Arztpraxen ist der Andrang groß:„Die Nachfrage nach Booster-Impfungen hat sagt zugenommen“, erklärt Hausarzt Markus Frühwein.

Wo wird geimpft?

Das Impfzentrum Riem* ist Sonntag bis Dienstag von 9 bis 17.45 Uhr geöffnet, mittwochs bis 21 Uhr. Dort kann man sich vorab zur Impfung anmelden. An der Theresienwiese (Montag bis Freitag: 9 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag: 11 bis 17 Uhr), in den Pasing Arcaden (Montag bis Samstag: 11 bis 17 Uhr), im Kreisverwaltungsreferat (Montag bis Freitag: 10.30 bis 17 Uhr) und im ehemaligen Sport Münzinger (täglich 11 bis 17 Uhr) kann sich jeder ohne Termin impfen lassen. Hinzu kommen mobile Sonderimpfaktionen (Infos: www.muenchen.de) und die Impfangebote der Praxen.

Wer kann seine Impfung auffrischen lassen?

In München* können die Booster-Impfung alle Personen bekommen, deren Zweitimpfung mindestens sechs Monate zurück liegt. Das Thema wird unterschiedlich gehandhabt: In anderen Landkreisen wird die Auffrischung zum Teil erst sechs Monate nach dem vollständigen Abschluss der Immunisierung – also 14 Tage später – angeboten.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt sie vor allem für über 70-Jährige, Menschen mit Immunschwäche, Bewohner und Personal in Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches Personal. Für Personen mit starker Immundefizienz ist eine dritte Dosis bereits vier Wochen nach der Zweitimpfung zugelassen. Wer mit Johnson & Johnson geimpft wurde, kann die Impfung nach vier Wochen mit Biontech oder Moderna auffrischen lassen.

Was muss man zur Drittimpfung mitbringen?

Für die Booster-Impfung ist ein Nachweis über die bereits erfolgten Impfungen (Impfpass oder Impfbescheinigung) sowie ein Personalausweis oder Reisepass nötig. Die Registrierung auf www.impfzentren.bayern ist erwünscht, um den Ablauf vor Ort zu beschleunigen. „Die Profile auf BayIMCO wurden gelöscht. Daher sind wir froh, wenn die Leute sich vor der Drittimfpung schon vor dem Besuch im Impfzentrum noch einmal selbst registrieren“, sagt Sophie Stegmann vom Impfzentrum.

Wie lang sind die Wartezeiten bei den Impfstellen?

„Dies variiert“, heißt es vom Gesundheitsreferat. Der Standort an der Theresienwiese etwa sei sehr beliebt. Pro Tag könne nur eine bestimmte Anzahl an Impfungen bewältigt werden. „Es kann zu langen Wartezeiten kommen, weil der Ansturm auf die Auffrischimpfungen groß ist und wir unter Personalmangel leiden“, sagt Stegmann. „Ohne Termin sollte man Zeit und Geduld mitbringen. Im Impfzentrum in Riem bemühen wir uns, die Termine einzuhalten.“ Die Stadt plant eine Verlängerung der Öffnungszeiten: Ab 20. November soll das Impfzentrum in Riem auch wieder samstags öffnen.

Welchen Impfstoff kann ich wählen?

An den Impfstationen sind alle Impfstoffe vorhanden. Für die Auffrisch-Impfungen werden nur die mRNA-Impfungen von Biontech und Moderna verwendet. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, junge Erwachsene unter 30 Jahren und Schwangere nur noch mit dem Biontech-Impfstoff zu impfen. Mit Astrazeneca und Johnson & Johnson Geimpfte bekommen ebenfalls eine mRNA-Impfung.

Soll man einen Antikörpertest machen?

Nein, sagt Markus Frühwein. Er rät davon ab, eine Booster-Impfung von dem Ergebnis abhängig zu machen. „Durch eine Auffrischung können fast alle Impfdurchbrüche verhindert werden“, erklärt er. „Langfristig wird sie jeder brauchen.“ Impfstoff sei vorhanden, doch natürlich seien die Kapazitäten der Praxen beschränkt. Auch Sophie Stegmann vom Impfzentrum hat eine „knackige Woche“ hinter sich. „Es wäre gut gewesen, wenn das Gesundheitsministerium uns über den breiten Start der Drittimpfungen informiert hätte – bevor sie den vergangene Woche öffentlich bekannt gab“, sagt sie. (cos/cla) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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