Nach „Tanz auf der Rasierklinge“

Corona in München - Neuer Lockdown gilt seit Ostersonntag: Regeln im Überblick

Der Viktualienmarkt ist Münchens zentralster Markt. Wegen der Corona-Pandemie müssen derzeit viele Stände geschlossen bleiben.
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Liegt die 7-Tage-Inzidenz in München drei Tage in Folge über 100, greifen verschärfte Maßnahmen.

In München greift ausgerechnet während der Ostertage die Corona-„Notbremse“. Welche Lockdown-Regeln nun vorübergehend in Kraft treten.

München - Am Mittwochmorgen (31. März) war es dann so weit. Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldete für die Landeshauptstadt München eine 7-Tage-Inzidenz von 100,2. Nach einem tagelangen Tanz auf der Rasierklinge wurde der für weitere Beschränkungen maßgebliche Wert 100 erneut überschritten. Am Dienstag hatte das RKI die Inzidenz noch mit 97,4 beziffert. Am Donnerstag lag sie erneut über der 100er-Marke (102,7). Und nun auch am Karfreitag (104,3).

Nun greift für München die von Bund und Ländern vereinbarte „Notbremse“. Verschärfte Maßnahmen treten dann am Ostersonntag in Kraft.

Corona: München knackt Inzidenzwert 100 - diese Beschränkungen gelten ab Ostersonntag

Auch die höchst umstrittene nächtliche Ausgangssperre würde damit in Kraft treten. Nur wer „triftige Gründe“ vorzuweisen hat, dürfte sich dann zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens auf den Straßen der Isar-Metropole bewegen.

Weitere Maßnahmen, die die „Notbremse“ vorsieht:

  • Treffen: Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen und privaten Raum ist nur mit den Angehörigen des eigenen Hausstands und einer weiteren Person erlaubt. Ausnahme: Zwei Familien mit Kindern unter 14 Jahren dürfen sich bei der Betreuung helfen.
  • Geschäfte: Click & Meet, also das Einkaufen im Laden mit Termin, ist wieder vorbei, nun ist nur noch Click & Collect, also das Abholen vorbestellter Waren, erlaubt. Ausnahmen sind: Lebensmittel, Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz- und Radlwerkstätten, Banken, Post, Reinigungen, Waschsalons, Blumenläden, Gartenmärkte, Baumärkte, Versicherungsbüros, Buchhandlungen, Friseure, Kosmetikbetriebe.
  • Sport: Nur noch kontaktfreier Sport mit den eigenen Mitbewohnern oder einer Person aus einem anderen Hausstand ist erlaubt. Mannschaftssport ist wieder verboten.
  • Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Tierpark und Botanischer Garten: Sie müssen dann voraussichtlich wieder schließen.
  • Musikschulen: Instrumental- und Gesangsunterricht in Präsenzform ist untersagt.
  • Gottesdienste: Sie bleiben mit den bestehenden Hygienemaßnahmen (FFP2-Masken-Pflicht, 1,5-Meter-Abstand, kein Gemeindegesang) erlaubt.
  • Kitas, Kindertagespflegestellen: Immer freitags gibt die Behörde je nach Tageswert bekannt, ob die darauffolgende Woche geöffnet ist. Diese Woche ist also wohl noch bis Donnerstag geöffnet, ab nächste Woche gibt es im Notbremse-Fall nur noch die Notbetreuung.
  • Schulen: Ob und wie sie nach den Ferien wieder öffnen, entscheidet sich am 9. April. Bleibt die Inzidenz über 100, sind alle Schüler im Distanzunterricht, außer Abschlussklassen, Q11 am Gymnasium, 11. Klasse FOS und 4. Klassen der Grundschulen und Förderzentren. Hier dürfen aber nur negativ getestete Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen.
  • Alten- und Pflegeheime: Ab einem Wert von 100 müssen die Beschäftigten an mindestens zwei Tagen die Woche getestet werden.
  • Spielplätze unter freiem Himmel bleiben geöffnet, für Kinder nur in Begleitung von Erwachsenen.
  • Gastronomie: weitere Öffnungen wurden ohnehin bis Ende der Osterferien (11. April) ausgesetzt. Erlaubt ist nach wie vor die Abgabe und Lieferung von Speisen und Getränken.
  • Schwimmbäder, Bordelle, Spielhallen, Clubs und Diskos bleiben nach wie vor geschlossen.

Corona in München: Isar-Metropole wird keine „Modellkommune“ - Söder-Minister erteilt Absage

Zwischenzeitig hatte es trotz stetig steigender Infektionszahlen auch für München Aussicht auf Corona-Lockerungen gegeben. OB Dieter Reiter (SPD) hatte vehement dafür geworben, München als sogenannte „Modellkommune“ auszuweisen. Teilnehmer mit einem tagesaktuellen und negativen Corona-Test können hier von Öffnungen in Außengastronomie, Geschäften und Kultur profitieren.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte der München-Bewerbung am Dienstag jedoch eine indirekte Absage erteilt. Für die Teilnahme kommen laut jüngster Festlegung lediglich Städte mit Einwohnerzahlen unter 100.000 infrage. Und ob der aktuellen Pandemie-Entwicklung im Freistaat steht eine definitive Entscheidung zum Start des Lockdown-Versuchs ohnehin noch aus.

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